porta ceramica | Dauerausstellung aus den Sammlungen der AJG

Von alžběta kočvarová, nikola špůrová

Dauerausstellung

Die Keramiksammlung der AJG ist untrennbar mit dem Internationalen Keramiksymposium in Bechyně verbunden, das sich seit seiner Gründung zu einem wichtigen Treffpunkt für Künstler verschiedener Nationalitäten, Generationen und kultureller Kontexte entwickelt hat. Gleichzeitig hat dieses Umfeld zu einer Verlagerung hin zur freien Gestaltung auf Kosten der traditionellen angewandten Keramik beigetragen.

Inspirationen, die von den Tendenzen der modernen japanischen Keramik ausgingen, spielten eine wichtige Rolle bei dieser Transformation. Diese stellten keinen einheitlichen Stil dar, sondern zwei unterschiedliche intellektuelle Strömungen. Die erste war die Mingei-Bewegung, die Wert auf Demut gegenüber dem Material, Funktionalität und die Schönheit des Volkshandwerks legte. Die zweite Strömung war die Avantgarde-Gruppe Sōdeisha, deren Mitglieder bewusst die Nützlichkeit keramischer Gefäße aufgaben und begannen, nicht-utilitäre gebrannte Objekte zu schaffen. Ihre Arbeit konzentrierte sich auf den direkten, haptischen Kontakt mit Ton und auf die Betonung seiner physikalischen Eigenschaften statt auf Dekoration.

Viele der in der Ausstellung gezeigten Künstler wenden sich der japanischen Ästhetik und Umgebung zu. Bei einigen, z.B. Elina Sorainen, Aisaku Suzuki, Michael Moore oder Maria Bofill, resultiert diese Beziehung aus persönlicher Erfahrung (sei es studienbezogen oder beruflich). Bei anderen erscheinen diese Elemente eher indirekt, als Teil breiterer internationaler Tendenzen. Obwohl in der Ausstellung scheinbar unzusammenhängende Werke aufeinandertreffen, dienen Verweise auf moderne japanische Keramik hier als Inspirationsquellen, die es ermöglichen, den Schwerpunkt auf Material und Prozess in der Keramikgestaltung zu erkennen. Gerade dieser Bezug zu Materialität, Körperlichkeit und dem Schaffensprozess stellt eine der Entwicklungslinien der modernen Weltkeramik dar, der die Ausstellung Porta Ceramica folgt.

Aleš South Bohemian Gallery