Einer der Bereiche der Ausstellung widmet sich Insektenarten, die aus menschlicher Sicht schädlich sind. Die bekanntesten und lästigsten Pflanzenschädlinge gehören zu vielen Insektenordnungen und -familien. Meist handelt es sich um Käfer, Schmetterlinge und Hautflügler, seltener um Fliegen oder Geradflügler (darunter wwwie wandernde Heuschrecke, die heute in Polen nur noch selten anzutreffen ist).
Eine weitere Gruppe von Schädlingen sind Vorratsschädlinge – Insekten, die sich von Lebensmitteln und Textilien natürlichen Ursprungs sowie von in Häusern und Museen aufbewahrten ausgestopften Tierpräparaten ernähren. Die meisten dieser Insekten stammen aus tropischen und subtropischen Ländern.
Besonders berüchtigt sind blutsaugende Arten, die Krankheiten übertragen, vor allem in tropischen Ländern. In der Ausstellung sind nicht nur die Überträger der Chagas-Krankheit (die Wanzen Triatoma infestans und Rhodnius prolixus), der Malaria (Mücken der Gattung Anopheles) und der Afrikanischen Schlafkrankheit (die Tsetsefliege) zu sehen, sondern es gibt auch interessante Einzelheiten über ihre Biologie und den Verlauf der übertragenen Krankheiten zu erfahren.
Der zweite Bereich der Ausstellung ist nützlichen Insekten gewidmet. Viele räuberische und parasitische Arten sind unsere Verbündeten im Kampf gegen Pflanzenschädlinge. Eine enorme Zahl aasfressender und kotfressender Arten, Käfer und Fliegen, beteiligt sich in der Natur am Abbau organischer Substanzen. Ebenso zahlreich sind die Hautflügler, Fliegen und Schmetterlinge, die Blüten von Nutzpflanzen bestäuben.
Einige Insektenarten werden vom Menschen direkt genutzt. Neben der allgemein bekannten Honigbiene und dem Seidenspinner gehören dazu unter anderem Arten, die Schellack, natürliche Farbstoffe oder Gerbstoffe liefern: die Lackschildlaus Laccifer lacca, die Polnische Cochenille Pophyrophora polonica, Cochenille und einige Gallwespen der Familie Cynipidae.
Der dritte Bereich stellt ausgewählte Themen der Entomologie vor – Anpassungen, Lebensweisen, Größen und Färbung. Besonders bemerkenswert ist das Phänomen regelmäßiger Insektenwanderungen; zu den ausdauerndsten Wanderern gehören einige Schmetterlinge, vor allem die amerikanische Art Danaus plexippus. Außer Schmetterlingen unternehmen auch einige Libellen, Heuschrecken, bestimmte Fliegen, Käfer und Hautflügler Massenflüge.
Gewöhnlich fällt uns der Größenunterschied zwischen den größten und kleinsten Säugetieren auf – Walen und Spitzmäusen. Bei den Insekten ist der Unterschied zwischen den größten heutigen Arten (einige Stabschrecken, Käfer) und den kleinsten (Hautflügler der Familie Mymaridae, Käfer der Familie Ptiliidae) hingegen fast dreimal so groß. Eine der auffälligsten Eigenschaften der Insekten ist ihre prächtige Färbung. Die besonders bewunderten Farben tagaktiver Schmetterlinge und Käfer entstehen meist durch die Brechung des Lichts an einer entsprechend geformten äußeren Chitinschicht. Häufig sind auch die Schuppen beteiligt, die verschiedene Körperteile des Insekts bedecken. Seltener beruht die Färbung auf Pigmenten.
Form und Muster am Körper der Insekten haben oft kryptischen (tarnenden) Charakter oder schrecken im Gegenteil Angreifer ab. Andere Insekten ähneln in ihrer Farbe giftigen oder mit gefährlichen Waffen, etwa einem Stachel, ausgestatteten Arten und werden dadurch von Räubern gemieden. Dieses Phänomen heißt Mimikry und ist bei Insekten sehr verbreitet. Eine weitere interessante und häufige Eigenschaft dieser Tiere ist der Dimorphismus. Er ist meist mit dem Geschlecht verbunden. Manchmal sind die Unterschiede im Aussehen von Männchen und Weibchen so groß, dass man kaum glauben mag, dass sie zur selben Art gehören. Gelegentlich ist der Dimorphismus saisonal, und Unterschiede treten zwischen aufeinanderfolgenden Generationen auf. Ein Beispiel ist der bei uns verbreitete Schmetterling C-Falter, dessen Frühjahrsgeneration sich in der Färbung deutlich von der Sommergeneration unterscheidet.
Dies sind nur wenige der Phänomene, mit denen Insekten uns überraschen. Einige davon lassen sich in Museumsvitrinen, fernab des natürlichen Lebensraums der Insekten, nur schwer zeigen. Vieles können wir selbst auf Ausflügen "in die Natur" beobachten, und schon ohne das Haus zu verlassen genügt ein Blick um sich – Insekten gibt es überall.

Insekten und der Mensch
Dauerausstellung


