
Vivian Maier
Über die Ausstellung
Das Werk der US-amerikanischen Fotografin Vivian Maier (1926–2009) gelangte unter außergewöhnlichen Umständen an die Öffentlichkeit. Im Jahr 2007 wurde der Inhalt ihres Lagerraums in Chicago aufgrund ausstehender Mietzahlungen versteigert. Neben Kleidung, Büchern und Notizen fand sich dort ein umfangreicher Bestand von über 120.000 Fotografien.
Ab 1956 lebte Vivian Maier in Chicago, wo sie vier Jahrzehnte lang als Kindermädchen tätig war. In Anbetracht ihrer intensiven fotografischen Praxis, die der Dokumentation des Alltagslebens der Stadt gewidmet war, wurde sie posthum als die „Nanny mit der Kamera“ bekannt. Maiers Werk blieb zu ihren Lebzeiten weitgehend unbeachtet. Seine Bedeutung für die Geschichte der Fotografie wurde erst nach ihrem Tod sichtbar.
Maier setzte sich intensiv mit der Geschichte der Fotografie auseinander. In Verbindung mit ausgewählten Arbeiten von Fotograf*innen aus der Sammlung des Kunstpalastes wird ihr Werk in der Ausstellung „Vivian Maier. Close up“ erstmals in größerem Umfang kunsthistorisch kontextualisiert.
Mit mehr als 150 Fotografien widmet sich die Ausstellung „Vivian Maier. Close-up“ wiederkehrenden Themen und Motiven im Werk der Fotografin: der Kindheit, ihren zahlreichen Selbstporträts, der Farbfotografie, der sie sich insbesondere ab den 1970er-Jahren verstärkt zuwandte, sowie ihren berühmten Straßenszenen, in denen sie als stille Beobachterin das urbane Leben festhielt.
Kuratorin: Stefanie Ufrecht


