Uwe Bressnik. SHIFTING LINES. Rillen. Raster. Rhythmen
Über die Ausstellung
· Original anzeigenUwe Bressniks Kunst bewegt sich an den Schnittstellen, an denen vertraute Medien ihre klassischen Grenzen überschreiten. Seit Jahrzehnten entwickelt der in Villach geborene und in Wien lebende Künstler ein Werk, das Malerei, Grafik, Bildobjekt, Skulptur und Installation miteinander verbindet. Seine Arbeiten speisen sich aus der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen kulturellen Welten wie Musik, neuen Medien und Sport. Sie fordern traditionelle Sehgewohnheiten heraus und laden uns ein, die Grammatik der Wahrnehmung neu zu lesen. Ein zentrales Leitmotiv in Bressniks Werk ist die Verwandlung von Klang in eine visuelle Form. Seine zahlreichen Werkgruppen rund um das Schallplattenmotiv machen ihn im übertragenen Sinn zum ‚Plattenproduzenten‘. Er befreit das klassische Medium von seiner rein akustischen Funktion und übersetzt es in eine freie und oft humorvolle Form der Objektkunst. Die Scheiben, Kreise und Rillen werden zu autonomen Formen, die ihre Dimensionen verändern, sich biegen, stapeln, reihen und den Raum erobern. Das Ergebnis ist eine faszinierende Audiografie des Visuellen – eine Kunst, die das Auge hört. Zugleich untersucht Bressnik in seinen Netz- und Rasterarbeiten das Wechselspiel von analoger Tradition und digitaler Gegenwart und setzt sich mit dem Wandel der visuellen Wahrnehmung auseinander, den digitale Bildschöpfungen angestoßen haben. Indem er alltägliche Gazestoffe mit großer Präzision übereinanderlegt, erzeugt er Moiré-Effekte, die das Flimmern moderner Bildschirme haptisch simulieren. Er überträgt die Errungenschaften der Op Art und des Konstruktivismus in einen zeitgenössischen medialen Diskurs. Über sieben Räume erstreckt sich diese Ausstellung und bietet einen umfassenden Einblick in einen künstlerischen Kosmos, der von konzeptioneller Strenge ebenso getragen wird wie von spielerischer Freiheit und feinem Humor. Bressnik zeigt, dass Kunst ein offenes, resonierendes System ist, in dem es entscheidend ist, immer wieder die Gleise zu wechseln!
