Die Gruppenausstellung Nervenstränge nimmt ihren Ausgangspunkt in der nervösen Stimmung, die die Literatur und bildende Kunst um 1900, als Den Frie gegründet wurde, durchdrang. Ähnlich wie heute war die Zeit von Polarisierung und der Unsicherheit einer unvorhersehbaren Zukunft geprägt.
Nervenstränge untersucht, wie das Zittern eines nervösen Zeitalters weiterhin in zeitgenössischen künstlerischen Praktiken nachhallt, die sich um Unruhe und Unbehagen drehen. Die Ausstellung beleuchtet künstlerische Antworten auf eine zunehmend prekäre Welt und fragt, unter welchen Bedingungen Angst und Vergnügen in unserer mutierten Welt entstehen. Gleichzeitig folgt sie nervösen und fieberhaften Träumen und zeigt Wege auf, mit der tiefgreifenden Unruhe umzugehen, die unsere Gegenwart zu charakterisieren scheint.
Mit besonderem Schwerpunkt auf einer grotesken Strömung in der dänischen Literatur – einer Form der sogenannten „Weird Fiction“, die erst kürzlich wiederentdeckt und neu bewertet wurde – bringt die Ausstellung zeitgenössische künstlerische Praktiken in Dialog mit diesen historischen Texten. Hier scheint die Realität die Membran der inneren Stabilität zu durchdringen und die Grenzen zwischen Wahrheit und Lüge, dem Realen und dem Fantastischen zu verwischen.
Die Ausstellung präsentiert unter anderem Künstler wie Meriem Bennani, Kai Althoff, Lutz Bacher, Hanne Darboven, Julie Falk, Ville Laurinkoski, Rolf Nowotny, Samara Sallam, Roland Topor, Karen Kilimnik und Peter Wächtler.

Nervenstränge
Öffnet in 56 Tagen

