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Krakauer Klöppelspitze – lebendiges Erbe

Von Justyna Łukaszewska-Haberkowa

Endet in 6 Tagen

Im Jahr 2026 jährt sich zum zehnten Mal die Aufnahme der Krakauer Klöppelspitze in die Nationale Liste des immateriellen Kulturerbes. Aus diesem Anlass laden der Verein Stowarzyszenie Koronczarek Ziemi Krakowskiej gemeinsam mit dem Muzeum Krakowa – Centrum Interpretacji Niematerialnego Dziedzictwa zur Ausstellung „Krakauer Klöppelspitze – lebendiges Erbe” ein.

Die Aufnahme in die Nationale Liste umfasst nicht nur erhaltene Objekte oder historische Muster, sondern vor allem das Wissen und die Fertigkeiten, die von Person zu Person weitergegeben werden. Die Krakauer Klöppelspitze bleibt genau eine solche lebendige Praxis.

Einen wichtigen Platz in der Geschichte der Krakauer Spitzenherstellung nehmen Olga Szerauc, Zofia Dunajczan und Jadwiga Węgorek ein, deren Tätigkeit und Projekte zum Erhalt und zur Weiterentwicklung dieser Technik beigetragen haben. Für die Erforschung der polnischen Spitzenherstellung ist außerdem Maria Modés-Dudrewiczowa eine bedeutende Persönlichkeit: einst Leiterin der Spitzenschule in Zakopane und nach ihrer Pensionierung mit Krakau verbunden. Hier veröffentlichte sie auf eigene Kosten methodische Lehrbücher zu verschiedenen Spitzentechniken. Ihr Werk ist heute Gegenstand weiterer Forschung und Versuche historischer Musterrekonstruktionen.

Die heutige Gemeinschaft der Bewahrerinnen umfasst etwa ein Dutzend Frauen, die sich aktiv mit Spitzenarbeit beschäftigen, und der Verein Stowarzyszenie Koronczarek Ziemi Krakowskiej vereint rund 20 Personen. Wissen und Fertigkeiten werden individuell sowie bei regelmäßigen gemeinsamen Workshop-Treffen weitergegeben, die dem Lernen, dem Erfahrungsaustausch und der Arbeit an Mustern dienen.

Die Ausstellung zeigt Arbeiten zeitgenössischer Krakauer Spitzenklöpplerinnen. Neben Arbeiten nach historischen Mustern sind Rekonstruktionen und eigenständige Entwürfe zu sehen. So wird deutlich, wie unterschiedlich man sich der Tradition nähern kann: vom Bewahren und Weitergeben historischer Fertigkeiten bis zum eigenständigen Entwerfen und dem neuen Lesen früherer technischer Lösungen.

Die Rekonstruktion historischer Spitze kann mehr sein als die Nachbildung ihres Aussehens. Die Analyse der Vorlage und des Musters, das Erkennen der Bindungen, die Wahl des Materials, das Nachvollziehen der Fadenführung und das Lösen praktischer Probleme ermöglichen es, die in alten Musterbüchern und Lehrwerken überlieferten Angaben in der Praxis zu prüfen. Die handwerkliche Praxis wird so zu einem Werkzeug, um das historische Spitzenhandwerk zu verstehen.

Zehn Jahre nach der Aufnahme bleibt die Krakauer Klöppelspitze eine Tradition, die weitergegeben, praktiziert, erforscht, rekonstruiert und schöpferisch weiterentwickelt wird.

Ort: Muzeum Krakowa – Pałac Krzysztofory, 1. Obergeschoss, Saal, der der Krakauer Tracht gewidmet ist.

Öffnungszeiten: Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten der Dauerausstellung im Pałac Krzysztofory zugänglich

Eintritt: Der Eintritt zur Ausstellung ist im Ticketpreis für die Dauerausstellung „Kraków od początku, bez końca**” enthalten

Veranstalter: Muzeum Krakowa, Stowarzyszenie Koronczarek Ziemi Krakowskiej

— Museum of Krakow