Der Titel der bevorstehenden Ausstellung deutet hyperbolisch an, dass sich in der Beseder Gallery in Libeň drei Künstler aus Ostrava, drei einzigartige Weltansichten, treffen werden. Die Ausstellung ist eine Fortsetzung einer Reihe, in der die Galerie etablierte tschechische Künstler im Vergleich mit der jüngeren Generation präsentiert. Jiří Surůvka lud zwei seiner ehemaligen Absolventen der Kunstfakultät der Universität Ostrava ein.
Jiří Surůvka ist zwar ein frischgebackener Rentner und zugleich eine immer noch frische und unverwechselbare Persönlichkeit der nordmährischen Kulturszene. In mehr als zwei Jahrzehnten seiner Tätigkeit an der Kunstfakultät der Universität Ostrava bildete er Dutzende von talentierten Künstlern aus. Wie er selbst mit Übertreibung sagt, viele Menschen seiner Generation und seine Absolventen gingen nach Prag, „aber dann gibt es diejenigen, die in Ostrava blieben.“ Und sie schufen ein unverwechselbares künstlerisches Umfeld, dessen Schwerpunkt gerade Jiří Surůvka oder Daniel Balabán wurden. Surůvkas Werk reicht von Performances über Objekte bis hin zu Collagen. In seinen Werken prangert er politische oder soziale Missstände mit seiner typischen Übertreibung und absurd-schauerlichen Humor an… Ein integraler Bestandteil von Surůvkas Wirken ist die Performancekunst, mit der er in den 80er Jahren begann. Die von ihm geschaffenen Figuren wie Batman oder der Polizist wurden ikonisch.
Martina Strakošová (im Atelier „Chmurka“ genannt) gehört zur jüngsten Künstlergeneration. Sie absolvierte die Kunstfakultät der Universität Ostrava erst vor wenigen Jahren. Sie bewegt sich zwischen Malerei, Objekt, Video und Performance. In ihrer malerischen Arbeit führt sie uns in ihre eigene Traumwelt oder besser gesagt Unterwelt, in der sich auf den ersten Blick naive Märchenszenen mit dunkleren Schattierungen des Inneren der Autorin vermischen, aber immer mit einer gewissen Übertreibung oder Bosheit. Auch Martina Strakošová nahm aus dem Atelier von Jiří Surůvka eine deutliche performative Spur mit. Sie tritt als DJ Chmurka auf und kombiniert bei ihren Ausstellungen eigene Musik und Video.
Martin Froulík (im Atelier „Froula“ genannt) absolvierte Surůvkas Atelier für Neue Medien im Jahr 2010. Auf den ersten Blick mag es scheinen, dass er ein abstrakter Maler ist, aber bei näherem Hinsehen finden wir in seinen Bildern Figuren oder Landschaften vor dem Hintergrund eines seltsamen Schleiers oder eines zerrissenen Netzes. Martin Froulík verwendet eine Kombination aus realistischer Arbeit mit Schablonen und Sprays. Mit seinem ehemaligen Lehrer sind sie Freunde und haben schon viele Male zusammen ausgestellt – in tschechischen und mährischen Galerien, auch in Dresden oder Düsseldorf. Mit Jiří Surůvka hat Froulík ein weiteres Genre gemeinsam – nämlich die Performance. Er tritt in einem Kabarett-Duo mit einem anderen nordmährischen Künstler Zdeněk Janošec, genannt Benda, auf. Gemeinsam widmen sie sich auch den Puppen und treten im Marionettentheater Ostrava auf.

SIE TRAFEN SICH UNTER EINEM STEIN, sie trafen sich in Libeň
Endet in 21 Tagen