In ihrem Projekt Plexus erforscht die deutsche Künstlerin Elena Helfrecht das Thema historischer Traumata und der Bewältigung der Vergangenheit, wobei sie die Familie als entscheidenden Motor psychologischer und kultureller Prozesse in der Geschichte betrachtet. Das Haus ihrer Großmutter in Bayern verwandelt sie in eine Bühne und Archivmaterialien in die Protagonisten eines allegorischen Stücks, das sie in verstörenden Stillleben inszeniert.
Bei der Wiederentdeckung der fragmentarischen Geschichte der weiblichen Linie ihrer eigenen Familie erhält der Begriff „remembering“ eine wörtliche Bedeutung. Die Künstlerin taucht in eine unklare Geschichte ein und füllt die Leerstellen mit Träumen, Assoziationen und imaginären Szenen, wodurch sie eine Erzählung schafft, die persönliche und nationale Grenzen überschreitet. Die neu gefundene Identität dient ihr dann als Grundlage für eine detaillierte Untersuchung von Erinnerung, psychischer Gesundheit und Krieg.
Elena Helfrecht (*1992) studierte an der Humboldt-Universität zu Berlin und am Royal College of Art in London. Ihre Fotografien wurden in renommierten Zeitschriften wie The British Journal of Photography oder The New Yorker veröffentlicht. Sie stellte ihre Werke in bedeutenden Kunstinstitutionen und auf Festivals in ganz Europa, den USA, Japan und Australien aus. www.elenahelfrecht.com

ELENA HELFRECHT – PLEXUS
ELENA HELFRECHT
7. Aug. – 12. Sept., 2026
