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Crested/mâcistan: Tanya Lukin Linklater und Duane Linklater

Von Julia Bailey, Hana Janečková

1. Okt. 2026 – 3. Jan. 2027

Bei ihrer ersten großen gemeinsamen Ausstellung in Europa präsentieren Tanya Lukin Linklater und Duane Linklater aktuelle künstlerische Arbeiten, in denen sie Erfahrungen und Lebenswirklichkeiten von Angehörigen der First Nations Nordamerikas reflektieren. Sie befassen sich mit Fragen, die das Leben der indigenen Bevölkerung in Vergangenheit und Gegenwart prägen: Wem gehört das Erbe der Vorfahren, wie wurden Land und Handel zu Werkzeugen der Kolonisierung und welchen Preis fordert das Auslöschen der Geschichte. Mithilfe von Skulpturen, Installationen und Gemälden, in denen sich Körper und Gegenstände mit elementaren Kräften verflechten, denken sie über Möglichkeiten der Wiedergutmachung und Heilung nach sowie über den Aufbau neuer Welten.

Der Titel der Ausstellung Crested/mâcistan verweist auf das Wasser als Quelle der Gemeinschaft und nimmt damit Bezug auf die Lage der Galerie Rudolfinum am Ufer der Moldau. In Amerika wie in den böhmischen Ländern dienten Flüsse als Verbindungswege, auf denen Waren, aber auch Wissen zirkulierten. Unter anderem wurden auf ihnen auch böhmische Glasperlen transportiert, die in die Erzählung der Ausstellung eingewoben sind. Zugleich wurden Wasserwege zum Mittel kolonialer Expansion und zur Enteignung der Ureinwohner. Die Ausstellung Crested/mâcistan kartiert diese Strömungen und Kreisläufe mit der Absicht, neue Beziehungen zu skizzieren – durch Zuhören, Berührung, gegenseitiges Lernen und Fürsorge.

„Es ist uns eine Ehre, dass Tanya Lukin Linklater und Duane Linklater ihr Schaffen im Rahmen dieser bedeutenden Ausstellung in Prag zeigen. Das Projekt ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit der Galerie Rudolfinum mit ihren Partnern – der Vienna Secession, der Kunsthalle Bielefeld und dem Portikus in Frankfurt am Main. Neben Werken aus den Einzelausstellungen beider Künstler an diesen renommierten Institutionen präsentiert die Ausstellung auch eine neue ortsspezifische Skulptur, die eigens für die Galerie Rudolfinum geschaffen wurde, sowie Arbeiten, die erstmals in einen gemeinsamen Dialog treten. Es ist ihre erste umfassende gemeinsame Präsentation in Europa.“

– Julia Bailey und Hana Janečková, Kuratorinnen der Ausstellung

Den Ausstellungsguide finden Sie hier. Den kuratorischen Essay von Hana Janečková mit dem Titel Die Flussmündung können Sie hier lesen.

Kuratorinnen: Julia Bailey und Hana Janečková

— Galerie Rudolfinum