DATAS: The Data and the Sovereign

Von Lívia Nolasco-Rózsás

11. Juni – 30. Aug., 2026

Wer kontrolliert unsere Daten, unsere persönliche Souveränität und unsere politische Freiheit? Die Ausstellung DATAS: The Data and the Sovereign bietet Antworten, indem tschechische und internationale Künstler in ihren Werken untersuchen, wie Computertechnologien, Automatisierung und digitale Infrastrukturen die persönliche und staatliche Souveränität untergraben.

Brüllende Löwen sind heute keine Bedrohung mehr für uns; stattdessen lauern uns andere Kreaturen auf: algorithmische Systeme, Dateninfrastrukturen und KI-gesteuerte Regierungsformen, die außerhalb der Reichweite wirksamer demokratischer Kontrolle operieren.

Diese Gruppenausstellung kündigt einen der wichtigsten Kämpfe an, der uns in den kommenden Jahrzehnten erwartet: den Kampf um die eigene Souveränität in einer Zeit, in der Daten und Computertechnologien zunehmend der rechtlichen und politischen Kontrolle entgehen und die Freiheit menschlichen Handelns grundlegend neu gestalten. Algorithmische Systeme beeinflussen die öffentliche Debatte, automatisieren und manipulieren Entscheidungen und diktieren die Art der Kriegsführung – Softwarecode schreibt die Grundlagen der Demokratie neu. Die Ausstellung vereint Stimmen aus Kunst, Philosophie und Technologie und untersucht, wie persönliche und nationale Selbstbestimmung angesichts der Kräfte des Überwachungskapitalismus und Autoritarismus überleben kann.

Die Sammlung der ausgestellten Werke umfasst eine breite Palette von Formen: von interaktiven Installationen über narrative Filme bis hin zu Softwarekunst. Die Werke wirken nicht nur als Kritik, sondern modellieren ethische Alternativen zu digitalen Regimen, die uns ausbeuten. Die Ausstellung ist in drei thematische Konstellationen gegliedert. Der Teil Schatten des Leviathans widmet sich Daten als souveräner Macht und untersucht Algokratie, Cybersicherheit und automatisiertes Regieren. Ein weiterer Teil, Inseln des Ungehorsams, konzentriert sich auf verschiedene Formen von Infrastruktur – Energienetze, Unterseekabel und Rechenzentren – und zeigt Souveränität als eine Form logistischer und rechnerischer Macht mit ökologischen Konsequenzen. Der letzte Teil der Ausstellung, Lieder der Ablehnung, richtet die Aufmerksamkeit auf das Subjekt und untersucht die Zerbrechlichkeit der persönlichen Autonomie unter den Bedingungen von Profiling, Vorhersage und Überwachung, wo das Bild zu einem funktionalen Element von Kontrollsystemen wird.

Lívia Nolasco-Rózsás, Kuratorin der Ausstellung

Den vollständigen kuratorischen Essay von Lívia Nolasco-Rózsás können Sie hier lesen.

Die Ausstellung entstand mit Unterstützung des EU-Programms Kreatives Europa im Rahmen des Projekts DATAS: The Data and the Sovereign (2025–26), das als Plattform für Künstler aus Mittel- und Osteuropa, dem Südkaukasus und anderen Regionen dient, um gemeinsam zu untersuchen, wie Computertechnologien die politische Macht und die persönliche Selbstbestimmung verändern.

Zur Ausstellung erscheint eine gleichnamige Publikation.

Kuratorin: Lívia Nolasco-Rózsás

Galerie Rudolfinum