Die Ausstellung mit dem Titel Deep House in der MeetFactory präsentiert eine umfangreiche Installation des polnischen Künstlers Cezary Poniatowski. Die Galerie verwandelt sich in einer Zeit, die auf der „Doomsday Clock“ einige Minuten nach Mitternacht stehen geblieben ist, in eine surreal gespenstische Wohnung, die von ihren ursprünglichen Bewohnern verlassen wurde. Ein Mikrokosmos aus Insekten, Bakterien und Viren bemächtigt sich hier leise aller Alltagsgegenstände, aufgerollte Teppiche, die in ihrer Form an starrende Reptilien oder die Leichentücher menschlicher Gespenster erinnern, werden zu neuen posthumanen Protagonisten – einmal vielleicht bequem in einem Massagesessel sitzend, ein anderes Mal vielleicht gläserne Terrarien bewohnend und den Betrachter ununterbrochen beobachtend. Insektenobjekte spielen mit Dingen wie Kinder, die lernen, wie ein Haushalt funktioniert, wie man menschliche Gewohnheiten nachahmt, das Interieur umgestaltet und vielleicht versuchen, den Raum aus diesem Zustand mit Akupunktur und Massage zu heilen. Gasheizungen durchfluten uns mit Wärme und Cezarys Wandreliefs aus den letzten Jahren ergänzen die räumlichen Szenen als imaginäre Reliquienschreine voller unterdrückter Erinnerungen. Das Ergebnis ist eine fantastisch spekulative Szenerie, die uns anstelle einer dunklen Vision der Apokalypse eine seltsam beruhigende und stille Version einer möglichen zukünftigen Rache der Natur zeigt.

Cezary Poniatowski: Deep House
Von Ján Gajdušek
6. Mai – 4. Okt., 2026

