Denkmäler der Steinbildhauerei in Böhmen vom 11. bis zum 19. Jahrhundert

Dauerausstellung

Die Ausstellung ist bis auf Weiteres GESCHLOSSEN.

Die Ausstellung des Lapidariums des Nationalmuseums, betitelt „Denkmäler der Steinbildhauerei in Böhmen vom 11. bis zum 19. Jahrhundert“, führt den Besucher in den einführenden Vitrinen in die Art des Steinabbaus, die Verwendung und Verarbeitung von Gesteinen, die für Steinbildhauerarbeiten genutzt werden, sowie die Pflege beschädigter Steinobjekte ein.

In weiteren Sälen werden in chronologischer Reihenfolge vom Ende des 11. bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Denkmäler präsentiert, die von gewöhnlichen wie auch herausragenden Steinmetzen und durchschnittlichen wie auch besten Bildhauern geschaffen wurden. Hier finden wir einfache und aufwendig verzierte architektonische Elemente, wie Säulen, Fenster, Portale, Schlusssteine, Gewölbesteine, Wasserspeier, Fialen, Konsolen, Baldachine, ferner gravierte und reliefierte Grabsteine, Wasserbehälter und Brunnen, Gedenktafeln, Reliefs, Gartenvasen und -statuen, Skulpturengruppen und Denkmäler etc.

Unter den Exponaten befinden sich viele Werke, die zu den hochwertigsten künstlerischen Ausdrucksformen in der Geschichte der tschechischen bildenden Kunst gehören. Nennen wir zumindest die bekanntesten davon: das Tympanon aus Oldříš, das älteste monumentale Relief in den böhmischen Ländern (Kat.-Nr. 51), der wunderschöne und historisch wertvolle Kindergrabstein der Přemysliden-Tochter Guta II. (75), die sogenannten Kouřimer Efeuranken, die älteste erhaltene Raumskulptur aus dem tschechischen Gebiet (76), eine Sammlung gravierter Grabsteine aus Ostrov u Davle (95-103), hervorragende Skulpturen aus der Werkstatt von Petr Parléř, die ursprünglich den Altstädter Brückenturm schmückten (179-186), der Torso des populären Bruncvík von der Karlsbrücke (215), Teile des Renaissance-Krocín-Brunnens vom Altstädter Ring (251), Reste der ältesten Mariensäule in Böhmen, die Jan Jiří Bendl 1650 für den Altstädter Ring schuf (276-288), das Reiterdenkmal des hl. Wenzel desselben Autors, das für den Prager Pferdemarkt, den heutigen Wenzelsplatz, bestimmt war (295), mehrere Skulpturengruppen, die ursprünglich die Karlsbrücke schmückten, geschaffen von Ottavio Mosto, Jan Brokoff, Matěj Václav Jäckel, Ferdinand Maxmilián Brokoff und Matyáš Bernard Braun (301, 314, 315, 319-321).

Zu weiteren herausragenden Werken gehören die vergoldete Statue der Jungfrau Maria von der Pestsäule auf dem Hradschiner Platz von F. M. Brokoff (334), Brüderles figürlicher Brunnen aus Loreto (354), die klassizistischen Statuen von Ignác František Platzer aus dem Prager Palais Goltz-Kinsky (377-380), der Empire-Brunnen vom Uhelný trh in Prag von František Xaver Lederer (383), der sogenannte Podomek von Josef Malínský (388) oder figürliche Grabsteine von Václav Prachner (390-391). Bemerkenswert sind auch zwei der ältesten Prager Bronzedenkmäler, die Kaiser Franz I. und Marschall Radetzky ehren, Werke der Gebrüder Max (399 und 404).

Die im Lapidarium des Nationalmuseums gesammelten Denkmäler stammen größtenteils aus Gebäuden, die während der großen Sanierungswelle abgerissen wurden, die Prag um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert erfasste. Viele Stücke stammen aus renovierten Kirchen, einige wurden von ihren ursprünglichen Standorten entfernt, weil sie ihre ursprüngliche Funktion verloren hatten (Brunnen, Denkmäler), viele wurden durch Naturkatastrophen beschädigt oder sind einfach gealtert und wurden wegen ihres schlechten Zustands durch Kopien ersetzt.

Bedeutende Ensembles wurden durch archäologische Ausgrabungen des Museums (Ostrov u Davle, Vyšehrad) gewonnen, einige Stücke stammen auch aus zufälligen Funden im Gelände. Derzeit, da die Steindenkmäler aufgrund des sich verschlechternden Klimas immer schneller verfallen, gelangen vor allem gefährdete Originale in das Lapidarium, wo sie durch Kopien ersetzt werden. Im Jahr 1997 wurde das Lapidarium in einem internationalen Wettbewerb zu den 10 schönsten Museumsausstellungen in Europa gezählt.

Die Ausstellung wird fachlich von der Abteilung für ältere tschechische Geschichte des Historischen Museums des Nationalmuseums verwaltet.

National Museum