In der Ausstellung Fenster zur Urzeit können Sie in vier Ausstellungssälen einzigartige Exponate bewundern, die weltweite Meilensteine in der Kenntnis der Geschichte des Lebens auf der Erde von der Urzeit bis zum Quartär darstellen. Hier lernen Sie primäre Tiere kennen, die zuerst von Joachim Barrande beschrieben wurden, oder sehen die seltene älteste Landpflanze der Welt, Cooksonia barrandei, die vor vierhundertdreißig Millionen Jahren entstand. Sie werden auch einige der ältesten bekannten Reptilien kennenlernen – zum Beispiel meeresbewohnende Mosasaurier aus dem Mesozoikum und Sie blicken dem einzigen tschechischen Dinosaurier Burianosaurus augustai oder einem furchterregend aussehenden Säbelzahntiger ins Auge. Sie werden auch feststellen, dass unser Gebiet Zeuge von Vulkantätigkeit und der Entstehung verschiedener Seen und Sümpfe war. Am Ende der Ausstellung werden Sie dann von einem Mammut mit einem kleinen Mammutkalb in Lebensgröße begrüßt und Sie sehen das Originalskelett eines Wollnashorns, das, wie Sie selbst feststellen werden, definitiv nicht in einer Vitrine eingesperrt bleiben will.
Das Thema des ersten Saals sind die Urzeitlichen Meere und Urzeitlichen Sümpfe. So unglaublich es klingen mag, mehr als die Hälfte der Fossilien hier sind Überreste von Bewohnern der südlichen Hemisphäre. Beim Besuch des Urzeit-Saals verfolgt man eigentlich die Verschiebung des größten Teils des heutigen tschechischen Gebiets von Süden nach Norden. Man reist allmählich von den relativ kalten Meeren in der Zeit des Kambriums und Ordoviziums bis zu einem tropischen Meer mit Korallenriffen und einem Festland mit tropischen Regenwäldern aus der Zeit, als unser Gebiet den Äquator überquerte. Genau hier werden die Besucher zum allerersten Mal die älteste Landpflanze der Welt Cooksonia barrandei mit eigenen Augen sehen.
Der nächste Saal widmet sich dem Mesozoikum und führt Sie durch die subtropische Natur einer Insel, die sich zu dieser Zeit über den größten Teil des heutigen Böhmens und Bayerns erstreckte. Die damalige globale Klimaerwärmung wurde von einem Anstieg des Meeresspiegels begleitet, der das Gebiet des heutigen Europas in ein ausgedehntes System von Inseln und Inselchen verwandelte. Hier fällt vor allem das Modell des einzigen tschechischen Dinosauriers Burianosaurus augustai auf, das realistisch im Moment seines Todes dargestellt ist. Sein Körper wird nämlich von Haien in Stücke gerissen. Dieses weltweite Unikat basiert auf wissenschaftlichen Untersuchungen gefundener Knochen, auf denen Spuren von Haizähnen entdeckt wurden.
Es folgt ein Saal, der sich dem Tertiär widmet. Für viele Beweise des Lebens in unserer Region im Tertiär verdanken wir Vulkanen, die das subtropische Landschaftsbild im nördlichen Teil Böhmens maßgeblich prägten. Hier lernen Sie nicht nur die vulkanische Aktivität kennen, sondern auch die Tiere, die in dieser Zeit hier lebten. Sie sehen zum Beispiel einen realistischen Kampf ums Überleben eines Unpaarhufer der Gattung Phyllotillon und seiner Jungen, die gerade von einem Rudel Bärenhunde angegriffen werden sollen.
Das Quartär stellt den Abschluss der Erzählung über die prähistorische Natur der heutigen Tschechischen Republik dar. Es zeigt die Reaktionen der lebenden Natur auf die wiederholten Klimaveränderungen, die für das Quartär typisch sind: auf die kalten und trockenen Perioden der Eiszeiten sowie auf die wärmeren Zwischeneiszeiten mit mächtigen Flüssen und endlosen Wäldern. Genau hier erwartet Sie ein riesiges Modell eines Mammuts mit seinem Jungen oder das einzigartige Skelett eines Wollnashorns, das vor allem dadurch einzigartig ist, dass es vollständig erhalten geblieben ist.
Mobiler Audioguide
Die App „Národní muzeum v kapse“ (Nationalmuseum in der Tasche), die kostenlos für mobile Geräte erhältlich ist, kann Sie zu einem ausgewählten Ort oder Exponat navigieren und enthält auch eine kommentierte Führung durch die Ausstellung „Fenster zur Urzeit“.
Für Kinder
Das Nationalmuseum vergisst auch die Kinder nicht. Teil der Ausstellung sind auch einzigartige Animationen, die sich in fast jeder Vitrine befinden. Diese richten sich hauptsächlich an das Kinderpublikum und erklären auf sehr spielerische und lehrreiche Weise die komplexen Prozesse der Fossilienentstehung. Gleichzeitig gibt es in jedem Raum haptische Exponate (Abgüsse realer Fossilien), die man anfassen kann. Nicht zuletzt wird die Ausstellung durch interaktive Bänke ergänzt, auf denen die Paläontologie und die bekanntesten Exponate in Comicform vorgestellt werden.

Fenster zur Urzeit
Dauerausstellung





