Museum von Keller bis Dachboden

9. Juli 2021 – 31. Dez. 2027

Jedes bedeutende Gebäude hat seine Fundamente, nicht nur bauliche, sondern auch symbolische. Das Fundament des Nationalmuseums sind die Sammlungen. Sie sind das Wichtigste, was das Gebäude birgt, das selbst eines der wertvollsten Sammlungsstücke ist. Menschen hauchen all dem Leben ein, nicht nur die Gründer, Mitarbeiter, Spender, sondern auch die Besucher, denn erst durch sie wird das Museum lebendig. Sammlungen, Gebäude und Menschen – das ist das Nationalmuseum. Gemeinsam schaffen sie weitere Werte.

Die Ausstellung Museum von Keller bis Dachboden bietet einen Einblick in das Leben der Institution. Sie ist symbolisch in historischen Vitrinen installiert, die Architekt Josef Schulz vor über hundert Jahren für das Historische Gebäude entworfen hat. Konkrete Sammlungen und institutionenübergreifende Themen fügen sich in den Vitrinen wie ein Puzzle zum Bild des Museums zusammen. Sie spiegeln zeitgenössische wissenschaftliche Methoden und Erkenntnisse, kulturelle Normen und politische Veränderungen sowie die Veränderungen in der Art und Weise der Erwerbung, Aufbewahrung und Präsentation von Sammlungen über mehr als 200 Jahre wider.

Das Museum wird aus vier Perspektiven gezeigt – im Untergeschoss lernen Sie die Grundlagen der Institution im Zusammenhang mit Persönlichkeiten kennen, im 1. Stock seine Gebäude, im 2. Stock die Sammlungen und am Kuppelbereich aktuelle Projekte.

Es werden jedoch auch weniger bekannte Themen, Persönlichkeiten und Sammlungen vorgestellt. Der Raum ist nicht nur den Gründern gewidmet, sondern auch Spendern, Museumsmitarbeitern und den Besuchern selbst – aus welchen sozialen Verhältnissen die Besucher stammten oder wie sich ihre Ansichten zu den Ausstellungen änderten. Als Architekt des Gebäudes und der Vitrinen darf Josef Schulz (1840–1917) nicht fehlen. Seine Persönlichkeit ist für die Institution von entscheidender Bedeutung. Dieser vielseitige Architekt entwarf das Historische Gebäude mitsamt seiner gesamten Ausstattung. Neben den Vitrinen, in denen die Ausstellung untergebracht ist, können Sie auch heute noch auf den von ihm entworfenen Bänken verweilen.

Das Nationalmuseum ist jedoch nicht nur der Museumskomplex am Kopf des Wenzelsplatzes. Die Ausstellung zeigt nicht die Gegenwart der Gebäude, sondern ihre Vergangenheit. Wo sich heute das České muzeum hudby befindet, war eine Gendarmeriestation, wo das Náprstkovo muzeum, eine Schnapsbrennerei, wo das Přírodovědné muzeum, ein Winterquartier für Zirkusse…

Die Ausstellung Museum von Keller bis Dachboden vergisst auch Kinderbesucher nicht – sie wird durch eine Kinderlinie und ein unterhaltsames interaktives Suchspiel für Familien mit Kindern ergänzt. Die Kinderlinie führt jüngere Besucher in Form von Dialogen durch die Ausstellung, die direkt auf der Fläche ausgewählter Vitrinen dieser Ausstellung stattfinden. Die Hauptrolle in diesen Geschichten spielen zwei Paare – die Figuren des Architekten Josef Schulz und einer verirrten jungen Studentin sowie der Taube Emil und der Museumsmaus Elvíra, deren Hauptwirkungsbereich die Kinderzone Myšárium im benachbarten Neuen Gebäude ist. In den Dialogen stellen die Figuren interessante Fakten zu den ausgestellten Exponaten oder überraschende Details aus dem Schicksal berühmter Persönlichkeiten vor, die mit dem Nationalmuseum verbunden sind. Die Führer des interaktiven Spiels in Form einer Papierbroschüre mit interessanten Aufgaben und einer Schatzsuche sind wieder Architekt Schulz und die Studentin. In diesem Fall zeigt Architekt Schulz der Studentin (und somit durch die Suche und das Erfüllen von Aufgaben auch Ihnen, den Besuchern) seine Lieblingsorte im Gebäude. Das Suchspiel macht Sie also nicht nur mit der Ausstellung Museum von Keller bis Dachboden vertraut, sondern führt Sie auch in andere Museumsräume.

National Museum