Datum der Eröffnung der Ausstellung: 22. 7. 2025
„Kein Künstler, der versucht, die Realität der Dinge, ihre Wirklichkeit und Essenz darzustellen, kann mehr malen als nur seine Vorstellung von ihnen, seinen Traum von der Wirklichkeit.“ Jan Zrzavý
Jan Zrzavý hatte eine ambivalente Beziehung zu seiner Heimat Vysočina. Einerseits war es die Landschaft seiner Kindheit, in die er sein ganzes Leben lang zurückkehrte und wo er Ruhe und Inspiration für seine Arbeit fand. Andererseits empfand er die Landschaft dort als rau und traurig und schrieb ihr seine Neigung zur Melancholie zu. Nach Telč kam Zrzavý erst als erwachsener Mann, wahrscheinlich auf Anregung seines Freundes František Kožík. Zrzavý war angeblich von der Renaissance-Atmosphäre der Stadt so verzaubert, dass er den Wunsch äußerte, hier auszustellen.
Die Vorbereitungen für die erste Dauerausstellung begannen bereits in den siebziger Jahren. Die Nationalgalerie in Prag stellte von 1988 bis 2007 auf Schloss Telč über vierzig Werke Zrzavýs aus, die fortlaufend gewechselt wurden.
Die herzliche Beziehung des Malers zur Stadt wurde auch durch die Freundschaft mit dem Schlosskastellan Bohumil Norek verstärkt, der Zrzavý auf seine Ähnlichkeit mit der Statue Adams hinwies. Diese befindet sich als Teil der einzigartigen Skulpturengruppe von Adam und Eva im Hauptschlosshof. Das überlebensgroße Paar sich gegenüberstehender Figuren wird durch ein Paradiesfresko mit zwei Bäumen im Hintergrund ergänzt. Auf einem erhaltenen Foto blickt Zrzavý lächelnd auf seinen „Schloss-Doppelgänger“.
Zrzavýs Werk basierte nicht nur auf einer Reihe biblischer Themen, sondern kombinierte auch Einflüsse moderner Künstler und alter, insbesondere Renaissance-Meister. Immer wieder taucht das markante Element der Projektion der Persönlichkeit des Autors auf, nicht nur in seinen Selbstbildnissen, sondern auch in einer ganzen Reihe männlicher und weiblicher Figuren. In diesem Kontext erscheint seine Verbindung zu Telč geradezu schicksalhaft.
Kuratorin: Alice Němcová, Sammlung Moderner Kunst, NGP Veranstaltungsort: Staatliches Schloss Telč
Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit des Nationalen Denkmalinstituts und der Nationalgalerie Prag.

Ein Traum von der Wirklichkeit: Gemälde von Jan Zrzavý aus den Sammlungen der Nationalgalerie Prag
Von PhDr. Alice Němcová, Ph.D.
22. Juli 2025 – 31. Dez. 2035