WIEN 1900 – Alltag. Gesamtkunstwerk

25. Feb. 2026 – 31. Aug. 2030

Mit der Neuaufstellung der Schausammlung rund um die Epoche Wien 1900 setzt das MAK seine konsequente Arbeit der letzten Jahre fort, die Sammlung nach aktuellen, zeitgenössischen Gesichtspunkten zu befragen.

Markus Schinwald wurde eingeladen, ein Konzept aus künstlerischer Perspektive in enger Zusammenarbeit mit den Sammlungsleiterinnen zu erarbeiten und damit einen nächsten Schritt in der weltweit beachteten Praxis des MAK zu setzen, mit Künstlerinnen an seinen Dauerpräsentationen zusammenzuarbeiten. Ziel ist es, die Kunst und Kulturgeschichte im Zeitraum zwischen der ersten Secessionsausstellung 1898 und dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht wie bisher linear und chronologisch zu erzählen, sondern sich vielmehr der Ideen und Entwurfsgeschichte dieser prägenden Epoche zu widmen. Das 1864 gegründete k. k. Österreichische Museum für Kunst und Industrie (heute MAK) und die daraus entstandene Kunstgewerbeschule (heute Universität für angewandte Kunst), seit 1900 eng mit der Secession verbunden, waren die Orte, an denen die Grundlagen für Reformbewegungen wie die „Wiener Werkstätte“ (deren Archiv das MAK besitzt), den „Deutschen und Österreichischen Werkbund“ und das „Bauhaus“ gelegt wurden. Im Sinne der Leitidee des „Gesamtkunstwerks“ war der Austausch zwischen Architektur, Malerei und angewandter Kunst in Wien intensiv und bildete die Basis für eine neue Ästhetik.

Eine neue Sicht auf Wien um 1900, orientiert an MAK Ausstellungen wie Die Frauen der Wiener Werkstätte und dafür entwickelten diversifizierten Erzählungen, soll den Kern dieser so prägenden Epoche anschaulich werden lassen. Neben Schätzen aus der eigenen Sammlung wird mit hochkarätigen Leihgaben gearbeitet.

Bei der Befragung der Objekte werden formale Aspekte ebenso kontextualisiert wie soziale Aspekte in der gesellschaftlichen Entwicklung unter fünf Herrschaftsformen. Daraus entstehen assoziative Verbindungen zwischen Objekten, Ideen und Kontexten bis in die Gegenwart. Markus Schinwald entwickelt dabei rund um die bekannten Highlightobjekte der Sammlung Wien 1900 filmsetartige Szenarien und Archivsituationen quer durch die Maßstäbe vom kleinen Exlibris bis zum monumentalen Möbel oder Fries. Die drei neuen Schauräume bieten einen Querschnitt durch diese Hochblüte der angewandten Kunst, wie sie nur das MAK mit seiner herausragenden Sammlung anbieten kann.

Künstlerische Konzeption: Markus Schinwald

Generaldirektorin: Lilli Hollein

Wissenschaftliches Team / MAK Kustod*innen: Rainald Franz, Sebastian Hackenschmidt, Kathrin Pokorny-Nagel, Anne-Katrin Rossberg, Lara Steinhäußer, Mio Wakita-Elis

Leitung Restaurierung & Werkstätten: Anne Biber

Ausstellungsorganisation: Mario Kojetinsky Assistenz: Leonie Krinninger

Koordination: Max Appel-Palma

Texte: Janina Falkner, Julia Krah unter Mitwirkung der MAK Kustod*innen

Ausstellungsarchitektur: Michael Wallraff

Grafik: Christoph Steinegger

Unser besonderer Dank gilt der MAK Art Society, IFMAK und allen anderen Unterstützer*innen des Projekts.


WIEN 1900 – Alltag. Gesamtkunstwerk Eröffnung: Di, 24.2.2026

18.30 Uhr Festvortrag Daniel Kehlmann über Wien 1900 und Markus Schinwalds Blick darauf Der renommierte Schriftsteller Daniel Kehlmann, Autor des Romans Lichtspiel über einen Filmregisseur im Dritten Reich, dessen filmische Regiekunst er formal im Buch spiegelt, spricht über die außergewöhnliche Epoche Wien 1900 und Markus Schinwalds geradezu filmischen Blick auf die MAK Sammlung sowie die dadurch entstandene Erzählung zu dieser herausragenden Ära der Kunstgeschichte.

19 Uhr Eröffnug Lilli Hollein, Generaldirektorin MAK Markus Schinwald, Künstlerische Konzeption

Eintritt zur Eröffnung frei

MAK – Museum of Applied Arts
Quelle: www.mak.at/ausstellung/wien1900