Die Kunsthalle Wien präsentiert die erste institutionelle Einzelausstellung von Tiffany Sia (geb. 1988, Hongkong) in Österreich. Im Mittelpunkt von Overt Listening steht ein neuer Film über die Kinmen-Inseln vor der Küste Taiwans – einen Ort, an dem die geopolitischen Spannungen des Chinesischen Bürgerkriegs und des Kalten Krieges bis heute spürbar sind. Als raumgreifende Installation im Erdgeschoss der Kunsthalle Wien im Museumsquartier vereint die Ausstellung eine Reihe neu konzipierter Werke, die untersuchen, wie sich politische Konflikte in Landschaften, Infrastrukturen, Medien und Kommunikationssysteme einschreiben und wie sie unsere Wahrnehmung von Geschichte und Gegenwart prägen.
Overt Listening bewegt sich zwischen Militärbunkern, Museumsdisplay und verlassenen Küsten und verwebt Landschaften mit den Klängen von Radioübertragungen und Militärübungen. Zusammen bilden diese Fragmente einen filmischen Essay, der die materiellen und psychologischen Hinterlassenschaften des Kalten Krieges nachzeichnet. Der Film wird von einer Reihe neu konzipierter Videos und Installationen begleitet, die Sias Auseinandersetzung mit den Infrastrukturen von Überwachung, Verkehr und Rundfunkmedien weiterführen. Ein Werk beleuchtet die österreichische Neutralität anhand der materiellen Spuren, die der Kalte Krieg in der zeitgenössischen Landschaft hinterlassen hat – insbesondere in den Flaktürmen, massiven Stahlbetonkonstruktionen, die während des Zweiten Weltkriegs als Flugabwehr und zivile Schutzräume errichtet wurden.
Ausgehend von historischen Recherchen, Archivmaterial und Tonaufnahmen untersuchen Sias Arbeiten, wie Geschichte konstruiert, verbreitet und erinnert wird. Anstatt Geschichte als etwas Abgeschlossenes und Erledigtes darzustellen, fragt die Ausstellung, wie sie weiterhin die Art und Weise prägt, wie wir die Gegenwart sehen, erinnern und bewohnen.

Tiffany Sia Overt Listening
Von Carina Bukuts
Öffnet in 25 Tagen



