GENchangers.

Öffnet in 22 Tagen

Generationen: Großeltern, Eltern, Kinder. Kennen wir doch. Aber was, wenn wir die Verwandtschaftsverhältnisse von Menschen erfahren, die vor über 1.200 Jahren gelebt haben? Dann sehen wir zwischenmenschliche Verbindungen, die in einer Zeit großer Umbrüche und Veränderungen Stabilität gaben. Damit können wir eine neue Geschichte der sogenannten Völkerwanderung erzählen. Was bisher unmöglich war, wird durch die Aufnahme der Genetik in die vielfältige Erforschung des frühen Mittelalters möglich, und bisher Unsichtbares wird sichtbar: das Leben der breiten Bevölkerung. Ausgehend von zwei frühmittelalterlichen Gräberfeldern der nahe bei Wien gelegenen Ortschaften Leobersdorf und Mödling entfaltet sich in der Sonderausstellung ein Einblick in die Lebenswelten der einfachen Menschen: Wie sie sich ansiedelten und ihre Gemeinschaft und Kultur lebten. Wer mit wem verwandt war, gemeinsam Kinder hatte, nebeneinander begraben wurde. Zugleich erfahren wir mehr über ihre Ernährung, Kindheit, Gesundheit und Mobilität. Von hier weitet sich unser Blick auf Zusammenhänge und Unterschiede zu anderen Gemeinschaften in Mitteleuropa, die nicht Völker sein mussten, um zu wandern, und auch über lange Perioden sesshaft waren.

Die Ergebnisse, die in dieser Ausstellung präsentiert werden, stammen aus HistoGenes, dem bisher größten archäogenetischen Forschungsprojekt weltweit, das 2026 seinen Abschluss findet. Koordiniert in Österreich und angesiedelt an zwölf renommierten europäischen und US-amerikanischen Forschungsstätten, vereint das Projekt über 40 Forscherinnen aus Anthropologie, Archäologie, Geschichte und Genetik, um gemeinsame Methoden zu entwickeln und neue Antworten zu finden. Ihre detaillierte Spurensuche an Knochen, Genen, Fundstücken und Schriftstücken können die Besucherinnen sowohl in Hands-on-Bereichen als auch an vielen Beispielen nachvollziehen.

Die Sonderausstellung am NHM Wien widmet sich der Entstehung von Gemeinschaften und dem Wechsel der Generationen in Mitteleuropa, den Ergebnissen der Genforschung und den neuen Arbeitsweisen von Archäologie, Anthropologie und Geschichte – den Gen- und Game Changers, die Geheimnisse des frühen Mittelalters entschlüsseln. Das Forschungsprojekt HistoGenes, dessen Ergebnisse in diese Ausstellung einfließen, wurde vom Europäischen Forschungsrat (ERC) im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms „Horizont 2020“ der Europäischen Union unter der Fördervereinbarung Nr. 856453 gefördert.

Rahmenprogramm

Themenführungen Mittwoch, 28. Oktober 2026, 17:00-18:00 UhrGENchangers Gemeinschaften und Generationen. Neue anthropologische Untersuchungen zum Frühmittelalter

Mittwoch, 25. November, 17.00-18:00 UhrDie Awaren – Ostösterreich im Frühmittelalter Viele Gruppen prägten das frühe Mittelalter in Ostösterreich – auch die „Awaren“. Mittwoch, 20. Jänner 2026, 17:00-18:00 UhrMit Forschungsnetzwerken ins Frühmittelalter Zur Erforschung der Vergangenheit arbeiten viele Wissenschaftsrichtungen zusammen Workshop Vielfalt Kennenlernen Freitag, 6. November 2026, 15:00-17:30 Uhr Vielfalt Kennenlernen: Knochen, Gräber, Gene. Hier dreht sich alles um die Erforschung menschlicher Skelette aus frühmittelalterlichen Gräbern Vorträge Mittwoch, 18. November 2026, 18:30-20:00 Uhr Die Pest im Verlauf der Menschheitsgeschichte Was uns die Gene alter Krankheitserreger verraten Mittwoch, 9. Dezember 2026,18:30-20:00 Uhr GENchangers: Von der Idee zur Ausstellung Wie können Wissenschaftlerinnen und Designerinnen komplexe Inhalte visualisieren und transportieren? Mittwoch, 13. Jänner 2026, 18:30 -20:00 Uhr Die Awaren im Kontext frühmittelalterlicher Kleidung Neue Einblicke in die Welt der Awaren: Was Textilien über die kulturelle Identität im Frühmittelalter verraten

Naturhistorisches Museum Wien
Quelle: www.nhm.at/gen_changers