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Gutes Sammeln – Böses Sammeln

Gutes Sammeln – Böses Sammeln

20. Okt. 2026 – 27. Juni 2027

Über die Ausstellung

Am 29. April 1876 gründete Kaiser Franz Joseph I. mit seiner Unterschrift das Naturhistorische Museum Wien im rechtlichen Sinn, am 30. April 1876 berief er den Geologen Ferdinand von Hochstetter zu dessen ersten Intendanten. Zu diesem Zeitpunkt befand sich das Gebäude des Museums an der Wiener Ringstraße bereits mitten im Bau – im August 1889 kam es schließlich zur feierlichen Eröffnung.

Heute beherbergt das Haus mit mehr als 30 Millionen Objekten eine der bedeutendsten naturwissenschaftlichen Sammlungen der Welt. Doch wie entstand diese einzigartige Sammlung? Und welche Geschichten verbergen sich hinter 150 Jahren Sammeln, Forschen und Entdecken?

Die Ausstellung lädt dazu ein, die Geschichte des Museums kennenzulernen und wirft zugleich einen kritischen Blick auf die Schattenseiten des Sammelns.

Entdecken und verstehen

Das Naturhistorische Museum Wien ist ein einzigartiges Archiv für die Entstehung und Entwicklung der Erde und des Lebens. Es dokumentiert Geschichte und Aufbau unseres Planeten, zeigt die Vielfalt des Lebens auf der Erde und gibt Einblick in die Entwicklung des Menschen. Wie kaum ein anderes naturhistorisches Museum erforscht es anhand von biologischen, geologischen, paläontologischen, mineralogischen, anthropologischen, urgeschichtlichen und kulturhistorischen Objekten das gesamte Spektrum der Natur in Vergangenheit und Gegenwart.

Die Geschichte hinter den Objekten

Manche Objekte erscheinen janusköpfig, sind sie doch wissenschaftlich einzigartig und zugleich durch ihren problematischen Erwerbskontext belastet. Waren die berühmten Expeditionen des 19. Jahrhunderts ein ehrenhafter Versuch, Wissen zu vermehren und exotische Objekte für die kaiserlichen Sammlungen zu lukrieren – oder war eine koloniale Agenda die wahre Motivation? Wie wurde mit Objekten verfahren, die während der NS-Zeit unrechtmäßig ans Haus kamen, und wie sind Stücke zu bewerten, die auf ethisch bedenkliche Weise in die Sammlungen gelangten?

Je nach Standpunkt fungiert ein Objekt als nüchterner Träger wissenschaftlicher Information oder als Manifestation fragwürdiger Sammlungsmethoden. Je nach Perspektive ist ein Sammlungsobjekt materiell wertvoll und zugleich von geringem wissenschaftlichen Interesse. Umgekehrt kann ein unscheinbares, winziges Insekt ein Weltunikat sein, dessen Verlust nicht in Geld aufzuwiegen ist.

— Naturhistorisches Museum Wien

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