„Vom 80er-Jahre-Punk zur Schlagermusik“ dokumentiert einen Zeitgeist und weist in die Gegenwart.
Berit Heggenhougen-Jensen hatte ihren Durchbruch 1982 mit der legendären Ausstellung Kniven på hovedet, wo die Gruppe De Unge Vilde ihren Einstand feierte. Hier wurde die Malerei mit voller Kraft wieder eingeführt – roh, direkt und energiegeladen. Das war der Startschuss für ein langes und beharrliches künstlerisches Schaffen, bei dem sie ständig auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen und neuen Motiven war.
„Kniven på hovedet“ bestand aus 12 jungen Studierenden der Kunstakademie. Sie waren mit der Konzeptkunst und dem Minimalismus der 60er und 70er Jahre aufgewachsen, fanden aber einen klaren Gegenpol in der neuen expressiven Malerei, die junge Künstler in Deutschland zeigten. Die punkinspirierten, primitivistischen und semifigurativen Werke, ausgeführt mit Primärfarben in großen Formaten, nahmen ihren Ausgangspunkt in allem, was sie beschäftigte – ohne feste Grenzen für Motive und Ausdruck.
Für Berit Heggenhougen-Jensen war die Zeit mit Kniven på hovedet und De Unge Vilde der Startschuss für ein beeindruckendes und experimentelles Künstlertum.
Bereits Anfang der 1980er Jahre beginnt sie, mit der Landschaft zu arbeiten – ein Genre, das seitdem immer wiederkehrt, entweder als eigenständiges Motiv oder als Teil ihrer Werke, wenn sie in den 1990er Jahren mit Themen wie Feminismus, Geschlecht und Sexualität arbeitet. Oft in Form von Collagen, bei denen sie in ihre Leinwände Fremdelemente wie ausgeschnittene Pin-up-Models, Schallplatten und Kondome einfügt.
Auch hier spielen Humor und eine gewisse ironische Distanz eine Rolle, unter anderem in Werktiteln wie Frøken Jensens Gastronomiske Indetermination und Schlager, die auf die süßlichen und sentimentalen Pop-Hits der Musikwelt verweisen.

Berit Heggenhougen-Jensen – Vom 80er-Jahre-Punk zur Schlagermusik
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