„Aralkum“ (2022, 14 Min.) ist die erste Videoarbeit von Mila Zhluktenko und Daniel Asadi Faezi, die sie gemeinsam in Co-Regie realisierten. Das Werk setzt dem Aralsee ein Denkmal: Bis in die 1960er Jahre war er der viertgrößte Binnensee der Welt, doch heute ist er beinahe vollständig ausgetrocknet. Seine Verwandlung in eine karge Wüstenlandschaft ist besonders in der Grenzregion zwischen Kasachstan und Usbekistan sichtbar. Hier, wo einst Wasser war, erstreckt sich heute die jüngste Wüste der Erde – die titelgebende „Aralkum“. Das Video macht eindrücklich erfahrbar, wie menschliches Handeln, nämlich die destruktive Bewässerungspolitik der Sowjetunion für ihre Baum-wollproduktion, ein ganzes Ökosystem samt seiner Lebewesen nach und nach zerstört hat. Die beiden Filmemacher*innen verweben Archivmaterial und aktuelle Aufnahmen: Naturaufnahmen, die trotz der Katastrophe von betörender Schönheit sind, stehen neben alltäglichen Familienszenen und Bildern von Tierpräparaten.
Mila Zhluktenko und Daniel Asadi Faezi studierten Dokumentarfilm an der HFF München. Ihre Filme wurden auf diversen internationalen Festivals gezeigt und mit Preisen ausgezeichnet, darunter den Preis für den besten Kurzfilm bei Visions du Réel für „Aralkum“. „rückblickend betrachtet“ feierte seine Premiere auf der 75. Berlinale und wurde mit dem Deutschen Kurzfilmpreis ausgezeichnet.
Im IBB-Videoraum werden seit 2011 Künstler*innen präsentiert, die mit zeitbasierten Medien arbeiten. Das Programm umfasst nicht nur etablierte Namen der zeitgenössischen Videokunst, sondern auch junge Positionen, die bisher kaum in Museen zu sehen waren. Ihnen soll in der Berlinischen Galerie ein erster institutioneller Auftritt ermöglicht werden.
Jedes Screening erlaubt eine neue Auseinandersetzung mit Werken, die mediale oder auch politische und soziale Fragestellungen anstoßen. Besonderes Augenmerk liegt dabei darauf, marginalisierten Perspektiven Raum zu geben und Auswirkungen von Machtstrukturen sichtbar zu machen.

Mila Zhluktenko & Daniel Asadi Faezi
3. Juni – 7. Sept., 2026





