1. Oktober – 30. Dezember 2026
Foto: Magdalena Lorek
Kurator der Ausstellung: Dr. hab. Piotr Oszczanowski
Zu den wertvollsten Denkmälern der schlesischen Kunst zählen bis heute zwei erhaltene hölzerne Friedenskirchen aus der Mitte des 17. Jahrhunderts – in Świdnica und Jawor, die während des gesamten Barocks stetig in ihrer Ausstattung und Einrichtung ergänzt wurden. Ihr unbestrittener Wert und ihre Originalität führten dazu, dass sie 2001 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen wurden.
Zum besonderen Wert dieser Kirchen trägt nicht nur die architektonische Form bei, sondern auch ihre Ausstattung. Davon erscheinen die goldschmiedetechnischen Bestände und die liturgischen Gefäße als am wenigsten bekannt. Unter den gezeigten Objekten finden sich außergewöhnlich wertvolle Werke: eine silberne Taufschüssel von 1694, ein monumentales Kreuz von Johann Friedrich Wendrich sowie ein Satz liturgischer Gefäße für die Spendung der Sakramente außerhalb der Kirche.
Die hölzernen Friedenskirchen aus der Mitte des 17. Jahrhunderts in Świdnica und Jawor gehören zu den wertvollsten Denkmälern der schlesischen Kunst. Zusammen mit der dritten Kirche in Głogów – die sehr bald, 1654, zerstört wurde und, obwohl wiederaufgebaut, 1758 vollständig niederbrannte – gelten sie als herausragende Werke protestantischer Architektur in Europa, die unmittelbar nach dem Westfälischen Frieden (1648), der den Dreißigjährigen Krieg beendete, entstanden. Von ihrem besonderen Wert zeugen nicht nur die architektonische Form und der reiche Ausstattungsschmuck, sondern auch die Einrichtung. Diese wurde während des gesamten Barocks stetig ergänzt.
In der Ausstellung sind Werke zahlreicher schlesischer Goldschmiede der Barockzeit zu sehen, darunter Hans Boxhammer, Tobias Plackwitz d. Ä. und Georg Nawarra aus Wrocław, Christoph Knappe aus Kowary, Johann Friedrich Bayer aus Świdnica, Angehörige der Goldschmiedefamilie Fischer aus Świdnica sowie Johann Friedrich Wendrich aus Jawor.
Foto: Magdalena Lorek
❧ Die wertvollsten Denkmäler der Ausstellung ↡
❦ Silberne Taufschüssel von 1694 aus der Friedenskirche in Jawor, die durch den außergewöhnlichen Reichtum ihrer figürlichen Darstellungen besticht. Sie wurde von den wohlhabenden Bürgern von Jawor gestiftet – dem Chirurgen Georg Lahser und Dorothy, geb. Krush. Erst jetzt wurde der Hersteller dieser Schüssel erkannt, der sich als Christoph Knappe aus Kowary erwies. Die Schüssel wird erstmals öffentlich gezeigt.
❦ Monumentales Altarkreuz aus der Kirche in Świdnica des Jauerschen Goldschmieds Johann Friedrich Wendrich. Das 1711 entstandene Kruzifix, das um 1752 einen Sockel im Rokokostil aus Holz erhielt, wurde von einer namentlich unbekannten Adligen aus dem Geschlecht von Niebelschütz und der Baronin von Zedlitz gestiftet. Es ist Ausdruck der Freigebigkeit des schlesischen Adels, der ebenso wie das Świdnicer Bürgertum nicht mit Mitteln sparte, seine außergewöhnliche Kirche zu bereichern.
❦ Satz liturgischer Gefäße für die Spendung der Sakramente außerhalb der Kirche, aufbewahrt in einem eigens für den Transport hergerichteten Kästchen – ein goldschmiedetechnisches Werk ohne jede Analogie. Dieser außergewöhnliche liturgische Satz gehörte dem hiesigen Primarius-Pastor Theodosius Gottfried Fuchs (1692–1767). Urheber der Goldschmiedearbeiten in diesem Satz ist ein Vertreter der um das Świdnicer Goldschmiedehandwerk verdienten Familie Fischer – Johann Fischer d. Ä.
Bei den Vorbereitungen zur Ausstellung gelangen neue Entdeckungen. „Zweifellos waren in unserem Fall solche Sensationen die Entdeckung zweier Werke Wrocławer Goldschmiede der Neuzeit in der Friedenskirche in Świdnica“, sagt Dr. hab. Piotr Oszczanowski, Direktor des Nationalmuseums in Wrocław und Kurator der Ausstellung. „Es handelt sich um das älteste Goldschmiedewerk, das die Kirche in Świdnica heute besitzt – eine silberne Büchse von 1638 des Wrocławer Zunftmeisters Hans Boxhammer sowie einen barocken Kelch, dessen Urheber sich als einer der bedeutendsten Wrocławer Goldschmiede, Georg Nawarra, erwies.“
Ziel der Ausstellung ist es außerdem, an Kunstwerke aus schlesischen Friedenskirchen zu erinnern, die sich heute außerhalb der Grenzen Polens befinden. Unter ihnen ist das wertvollste, ganz in Vergessenheit geratene …

Die Goldschmiedekunst der schlesischen Friedenskirchen der Neuzeit
Von dr hab. Piotr Oszczanowski, Dr. hab. Piotr Oszczanowski
1. Okt. – 30. Dez., 2026





