Die neue Ausstellung präsentiert ausgewählte Kapitel und Geschichten der Kunst nach 1945. Ihr Kernstück bilden die Kunstsammlung und das Archiv von Jiří Valoch – einer Schlüsselfigur nicht nur des kulturellen Brünn. Die Ausstellung dokumentiert grundlegende Ausdrucksformen der neuen Kunst und beleuchtet deren lokale Voraussetzungen sowie internationale Überschneidungen.
Jiří Valoch bildet einen zentralen Knotenpunkt im Kunstnetzwerk tschechischer und ausländischer Künstler wie Dalibor Chatrný, Radek Kratina, Jiří Hynek Kocman, Dick Higgins, Ben Vautier, Heinz Gappmayr, Imre Bak, Dora Maurer und vieler anderer. Ein bemerkenswertes Zeugnis des Reichtums gegenseitiger Kontakte – trotz geschlossener Grenzen – ist die Unsichtbare Skulptur von Joseph Beuys, die er Jiří Valoch Ende 1979 in Form einer Postkarte zusandte. Der Titel der Ausstellung: ART IS HERE wurde selbst von Postkarten übernommen, die Valoch mit seinen Freunden austauschte.
Die Ausstellung erstreckt sich über zwölf Räume im ersten Stock des Pražák-Palastes. Eine markante Domäne ist der Saal mit der Rutsche. Besucher können vom erneuerten permanenten Ausstellung für moderne Kunst im zweiten Stock in den Saal mit dem Werk von Dalibor Chatrný hinunterrutschen. In weiteren Räumen werden post-surrealistische Werke, Land-Art-Realisierungen oder geometrische Abstraktion präsentiert. Ein separater Raum ist den Textinstallationen von Jiří Valoch gewidmet, die der Autor direkt an den Galeriewänden anbrachte. Ein weiterer Saal rekonstruiert direkt die Situation in seiner kunstüberfüllten Wohnung. Zu den ausgestellten Künstlern gehören auch Milan Knížák und seine postmodernen Möbel oder Collagen aus Schallplatten. Auch Marian Palla oder Monogramista T.D mit dem Titel „Suche nach dem verlorenen Bildgedicht“ erhielten Raum. Seine wegweisenden prozessualen Gemälde, die zusammen mit der fotografischen Dokumentation ihrer Entstehung im Atelier auf der Kotlářská ausgestellt sind, sind entscheidend.
Eine Überraschung in Form eines ausgestellten Tatraplan erwartet die Besucher am Ende der Ausstellung. Der künstlerisch modifizierte Tatraplan entstand in den achtziger Jahren für das legendäre Theaterstück Ananas unter der Regie von J. A. Pitínský.
Die Ausstellung ist das Ergebnis institutioneller Unterstützung für die langfristige konzeptionelle Entwicklung der Forschungsorganisation (DKRVO), die vom Kulturministerium der Tschechischen Republik bereitgestellt wurde.
Die Bildungsprogramme in der Ausstellung ART IS HERE wurden finanziell vom Südmährischen Kreis unterstützt.

ART IS HERE: Neue Kunst
Von Ondřej Chrobák, Petr Ingerle, Jana Písaříková
Dauerausstellung





