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Achteinhalb Wochen. Daniel Chodowiecki. Wissenschaft, Bildung, Reformen

Von Maja Mociewicz, Alicja Andrzejewska-Zając

Dauerausstellung

Daniel Chodowiecki war nicht nur ein geschätzter Illustrator, sondern auch ein aktiver Teilnehmer am wissenschaftlichen Leben seiner Epoche. Vom 11. September bis 1. November können Sie in der Abteilung für Alte Kunst des Nationalmuseums in Danzig die vierte und letzte Folge des Zyklus Achteinhalb Wochen mit Radierungen und Zeichnungen Chodowieckis unter dem Motto Wissenschaft, Bildung, Reformen sehen*.

Im Rahmen des Zyklus stellen die Kuratorinnen Alicja Andrzejewska-Zając und Maja Mociewicz die wichtigsten Themen des Schaffens dieses für Danzig bedeutenden Künstlers vor, dessen 300. Geburtstag wir in diesem Jahr begehen. Die erste Ausstellung behandelte den neuen aufklärerischen Blick auf die Familie, die zweite zeigte Chodowieckis außergewöhnliche soziale Sensibilität und Beobachtungsgabe, die dritte konzentrierte sich auf seine mit Bildung verbundene Tätigkeit, und die vierte zeigt den weiten Horizont des Künstlers und seine zahlreichen Kontakte zu herausragenden Persönlichkeiten seiner Zeit.

– Er illustrierte innovative Kinderbücher und arbeitete dabei mit den aufklärerischen Pädagogen Johann Bernhard Basedow und Johann Michael Friedrich Schulze zusammen. Sein Werk belegt zahlreiche persönliche Kontakte zu Denkern, Historikern und Schriftstellern des achtzehnten Jahrhunderts: Peter Christian Friedrich Reclam, Jean-Pierre Erman, Moses Mendelssohn und David Friedländer. Ein moderner Zugang zur Wissenschaft, die Betonung der Beobachtung der Welt und der Empirismus zeigten sich in engen Verbindungen zu dem Begründer der Physiognomik Johann Kaspar Lavater und zu Johann Friedrich Blumenbach, dem Verfasser einer revolutionären biologischen Abhandlung über den Trieb – erzählt Maja Mociewicz, eine der Kuratorinnen des Ausstellungszyklus Achteinhalb Wochen.

Der Künstler führte ein vielseitiges und reiches gesellschaftliches Leben, voller geistiger Gärung, Ideenaustausch und schöpferischer Debatten, die das Zeitalter der Aufklärung und seinen Glauben an ein besseres Morgen kennzeichneten.

– Chodowieckis Illustrationen verbreiteten auch Neuigkeiten und aktuelles, auf Wissenschaft gestütztes Wissen. Seine Radierungen begleiteten Texte über neue geografische, medizinische und astronomische Entdeckungen. Er war zugleich ein gewandter Künstler und ein für die Welt empfänglicher Intellektueller, was ihn befähigte, komplizierte wissenschaftliche Theorien in ein verständliches, emotional bewegendes Bild zu kleiden – ergänzt Alicja Andrzejewska-Zając.

Obwohl Daniel Chodowiecki kein Hofkünstler war, zeigen viele seiner Werke den modernen, reformierten preußischen Staat unter der aufgeklärten Herrschaft Friedrichs des Großen. Illustrationen zu zahlreichen Almanachen und Taschenkalendern preisen die Taten des preußischen Königs, seiner Familie und seines Umfelds, vor allem jedoch die von ihm eingeführten Reformen und militärischen Erfolge.

Daniel Chodowiecki wurde in Danzig geboren, verbrachte jedoch den größeren Teil seines Lebens in Berlin, wohin er im Alter von siebzehn Jahren übersiedelte. Die Kunst betrieb er zunächst als Amateur und widmete sich der damals modischen Email- und Miniaturmalerei. Er wurde an der privaten Malakademie von Christian Bernhard Rode ausgebildet, um Historienmaler zu werden, wandte sich jedoch ab etwa 1754 zunehmend der Grafik zu. Schnell erwarb er sich Anerkennung als versierter Kupferstecher, was ihm zahlreiche und einträgliche Illustrationsaufträge einbrachte. 1764 wurde Chodowiecki Mitglied der Berliner Akademie der Künste, und 1797 übernahm er deren Direktorenamt.

Die vierte, dem Künstler gewidmete Ausstellung wird am 16. bis 18. Oktober vom herbstlichen Festival Chodowiecki begleitet, einem dreitägigen Treffen mit der Kultur und den Sitten des achtzehnten Jahrhunderts. Die Veranstaltung findet in der Abteilung für Alte Kunst des Museums statt.

Die Veranstaltungen im Nationalmuseum in Danzig sind Teil der Danziger Feierlichkeiten zum 300. Geburtstag von Daniel Chodowiecki. Im Rahmen dieser entstand auch die Wechselausstellung Ein ganzes Leben zeichnete ich das Leben. Zum dreihundertsten Geburtstag von Daniel Chodowiecki, die im Museum Danzig besichtigt werden kann.

Achteinhalb Wochen. Daniel Chodowiecki:

Die Ehrenschirmherrschaft über den Ausstellungszyklus Achteinhalb Wochen. Daniel Chodowiecki übernahm der Generalkonsul Deutschlands in Danzig, Karl-Matthias Klause.

— National Museum in Gdańsk
Quelle: mng.gda.pl/wystawy/osiem-i-pol-tygodnia-2