In der Dauerausstellung im Museum für Adelstradition in Waplewo Wielkie sind Palastinterieurs zu sehen, die sich auf die ursprünglich eingerichteten Räume aus der Zeit der früheren Besitzer aus der Familie Sierakowski des Wappens Ogończyk und ihrer Vorgänger beziehen. Die Interieurs von Waplewo strahlen die Atmosphäre eines Adelssitzes aus, dessen Besitzer, im Einklang mit dem Zeitgeist, ihr Haus nicht nur als familiäres Refugium, sondern auch als Oase der Polnizität im von den preußischen Teilern besetzten Gebiet und als Ersatz für ein Museum betrachteten – eine Institution, die das Wissen über Kunst vertiefte und die nationale Identität prägte.
Die Diele nimmt in freier Weise Bezug auf die Interieurs von Danziger Dielen. Die ausgestellten Jagdtrophäen, sowohl einheimische als auch exotische, die das den Besitzern zustehende Jagdprivileg bezeugen, laden zum Adelssitz ein und beginnen die Besichtigung im repräsentativen Teil.
Das Billardzimmer, eines von drei in Enfilade angeordneten Empfangsräumen, präsentiert Möbel, die für Spiele bestimmt sind: einen Schachtisch und einen Bridge-Tisch mit ausklappbarer Platte. Basierend auf der Überlieferung von Andrzej Sierakowski, dem Sohn der letzten Besitzer, wurden die Wände mit Familienporträts geschmückt, die dank der Bestände des Museums und der Schenkung von Izabella Sierakowska-Tomaszewska, der letzten aus der Familie Sierakowski, an den Stammsitz zurückkehrten. Eines der wertvollsten Porträts ist das Bildnis von Stanisław Sołtan, gemalt vom herausragenden Porträtmaler Jan Chrzciciel Lampi.
Der Weiße Saal, der als Salon dient, zeigt europäische Malerei. Gemälde verschiedener Künstler und Gattungen sind in drei Reihen aufgehängt und bedecken die gesamten Wände, ganz nach der Mode der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Dank der Großzügigkeit der letzten aus der Familie Sierakowski sind die Wände größtenteils mit Leinwänden aus der ehemaligen Waplewo-Sammlung geschmückt. Reich verzierte Spiegel mit großen Glasflächen verleihen einen repräsentativen Charakter, der für Bälle und festliche gesellschaftliche Zusammenkünfte geeignet ist.
Im Danziger Saal sind, entsprechend seinem Namen, hauptsächlich Danziger Möbel, Elbinger Handwerksprodukte und holländische Schränke ausgestellt, die einst als Werke Danziger Handwerker galten. Unter Bezugnahme auf die Idee des Schutzes Danziger Handwerks installierte Maria geb. Sołtan Sierakowska anstelle der Türen zum Esszimmer und zur Bibliothek Fronten alter Danziger Schränke. Hier kann man auch die originale Decke aus dem Jahr 1896 und einen historischen Kamin aus dem 17. Jahrhundert bewundern, den die Sierakowskis aus dem Elbinger Rathaus erworben haben.

Palastinterieurs
26. Sept. 2015 – 31. Dez. 2026





