Textillandschaften. Die Ausstellung Knots and Patterns

Von Anna Ratajczak-Krajka, Krystyna Weiher-Sitkiewicz, Urszula Kokoszka

26. Juni – 30. Aug., 2026

Textillandschaften – eine Ausstellung des internationalen Projekts Knots & Patterns

Was erzählt ein Stoff über eine Region? Wie erzählt man von einer Tradition, die in der Webart der Fasern, Stickmotiven, Mustern und Webtechniken von Generation zu Generation weitergegeben wird? Am 26. Juni um 18:00 Uhr wird in der Ethnografischen Abteilung des National Museum in Gdańsk eine Ausstellung eröffnet, die die Ergebnisse dreier künstlerischer und wissenschaftlicher Residenzen junger Künstler, die mit Textilkunst arbeiten, präsentiert. Die Ausstellung bietet einen Blick auf die Tradition des Schaffens und Verzierens von Stoffen aus drei verschiedenen, aber dennoch eng miteinander verbundenen Regionen Europas: Epirus in Griechenland, Gorenjska in Slowenien und Pommern in Polen. Jede von ihnen enthüllt eine andere Geschichte des textilen Erbes und der künstlerischen Sensibilität.

Auf der Ausstellung werden sowohl Textilarbeiten als auch audiovisuelle Realisationen gezeigt, die während der Residenzen entstanden sind, sowie ein digitales Archiv, das den kreativen Prozess und das lokale Erbe dokumentiert. „Textillandschaften“ zeigt Stoff nicht nur als Material, sondern auch als Medium der Erinnerung, Identität und des Wissens. Es ist eine Geschichte darüber, wie Tradition durch Kontinuität, aber auch durch Veränderung und Neuinterpretation der Vergangenheit bestehen kann. Es ist auch eine Studie über Beziehungen, Zusammenarbeit und sensorische Erfahrungen.

Das Kennenlernen textiler Traditionen durch die Sinne war eine wichtige Erfahrung der polnischen Residenz. Die sich wiederholenden Bewegungen beim Sticken, die Berührung des Stoffes, der Geruch von Wolle und das Surren des Spinnrads wurden zu einer Schlüsselinspiration für die Künstlerinnen aus Pommern. Im griechischen Epirus betrachteten die Künstler das lokale textile Erbe durch das Prisma des Ökofeminismus, wobei sie sich auf Praktiken des gemeinschaftlichen Lernens und Methoden zur Aufrechterhaltung der Webtraditionen über Generationen hinweg konzentrierten. Im slowenischen Gorenjska, wo die Textilindustrie rapide zurückging, betonten die Künstler die Bedeutung des textilen Erbes als Träger des kollektiven Gedächtnisses, insbesondere der Erfahrungen der Arbeiter und der Industriegeschichte, die in der historischen Forschung unzureichend vertreten sind.

National Museum in Gdańsk