Alles Vergessen

Öffnet in 66 Tagen

Eine Ausstellung des Jüdischen Museums Wien in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Hohenems

Immer wieder wird es beschworen: das Erinnerungsgebot als Kennzeichen jüdischer Kultur. Doch gibt es nicht auch ein Gebot des Vergessens? Gibt es ein Recht auf Vergessen? Und wieviel Vergessen steckt in jedem Erinnern? Wieviel Verdrängung steckt in jeder Interpretation, jedem Gebrauch von „Geschichte“?

Ohne Erinnerung gibt es keine Identität – doch gilt nicht das Gegenteil genauso? Jede Erinnerung setzt sich an den Platz einer anderen möglichen Erinnerung. Das, was uns ausmacht, was uns in der Vergangenheit geprägt hat, wird ebenso zu unserer eigenen Identität, wie die Lücken und Auslassungen, das Vergessene.

Gerade Museen sind mit dem Anspruch verbunden, zu bewahren und zu erinnern. Und damit auch, zu entscheiden was bewahrt wird und was nicht. Wie gehen also Museen, und erst recht, wie gehen Jüdische Museen mit dem Vergessen um? Was wird gesammelt, was entsorgt? Was wird ausgestellt, und was wird nicht einmal inventarisiert?

Ausgehend von der Bedeutung, die das Vergessen für jeden Einzelnen hat, beschäftigt sich diese Ausstellung mit den unterschiedlichen Aspekten des Vergessens, zwischen Trauma und Befreiung, Auslöschung und Selbstermächtigung.

Kuratorinnen Daniela Pscheiden (Jüdisches Museum Wien) Dinah Ehrenfreund (Jüdisches Museum Hohenems)

Ende Januar ist ein Katalog zur Ausstellung erschienen – mit einem Essay von Aleida Assmann und Beiträgen der Kurator:innen.

Alles Vergessen 15. November 2026 bis 03. Oktober 2027 Jüdisches Museum Hohenems

Bis 17.09.2026 ist die Ausstellung im Jüdischen Museum Wien zu sehen: www.jmw.at

Titelbild (Ausschnitt): © www.nafezrerhuf.com

Jüdisches Museum Hohenems
Quelle: www.jm-hohenems.at/ausstellungen/vorschau