Die Sensibilität für die Sprache ist das, was die künstlerische Tätigkeit von Jiří Valoch seit Mitte der 1960er Jahre maßgeblich definiert. Seine erste Textinstallation schuf er im Frühjahr 1970, also am Ende der Pionierjahre der Konzeptkunst. Wie wir aus dem Interview des Künstlers mit Hans Ulrich Obrist wissen, handelte es sich um ein minimalistisches Objektgedicht: ticho (ausgestellt im Rahmen der Ausstellung des Klubu konkrétistů im Dům pánů z Kunštátu in Brünn, 13.–30. 3. 1970). Bei dem schwarz auf einer weißen, horizontal ausgerichteten Tafel geschriebenen Wort wurde besonderer Wert auf den Buchstaben „i“ gelegt. Durch das „Betupfen“ von oben und unten wurde die übliche Semantik des Wortes gestört und der Betrachter verunsichert, wie er an das Werk herangehen und es interpretieren sollte.
Jiří Valoch
Jiří Valoch
Von Jana Písaříková
12. Sept. – 29. Nov., 2026




