Die Ausstellungsreihe und die Fachpublikation stellen die Veränderungen des Olmützer Kunstmilieus nach 1989 vor. Die Forschung des Muzeum umění Olomouc, entstanden im Rahmen des Projekts NAKI III Olomouc ve 3D (in Zusammenarbeit mit der Univerzita Palackého v Olomouci), verortet die Betrachtung der lokalen Kunstproduktion in einen Narrativ, der durch die Aktivitäten von Galerien, unabhängigen Initiativen und Persönlichkeiten gebildet wird, die in den letzten dreißig Jahren das kulturelle Leben der Stadt prägten. Neben den Werken identifiziert und verfolgt sie auch die Veränderung der Beziehungen, Treffpunkte und Ereignisse, aus denen die Olmützer Szene erwachsen ist – von Malerei, Zeichnung, Bildhauerei und Fotografie über Architektur und Design bis hin zu Aktionskunst, Graffiti und Überschneidungen zur Musik- oder Festivalkultur. Olomouc wird dabei im Kontext der tschechischen und mitteleuropäischen Kunst als ein Umfeld präsentiert, das offen ist für Impulse von außen und die Suche nach der eigenen Identität.
Das Jahr 1989 brachte eine grundlegende Veränderung der Bedingungen künstlerischer Arbeit mit sich. Die Öffnung der Grenzen, die Gründung neuer Galerien und Vereine sowie die Entwicklung unabhängiger Aktivitäten veränderten die Möglichkeiten des Schaffens, Ausstellens und der gegenseitigen Zusammenarbeit. Das Projekt „Quarks und Grieben“ fragt, wie sich diese Veränderungen gerade in Olomouc manifestierten, welche Persönlichkeiten und Initiativen es schafften, eine dauerhafte Basis zu schaffen, wie sich verschiedene Generationen trafen oder unterschieden und welche Rolle dabei die lokalen Kultureinrichtungen, die Universität sowie unabhängige Zentren und spezifische Gemeinschaften spielten. Es widmet sich auch kurzfristigen Projekten und persönlichen Bindungen, deren Bedeutung oft das Informationsquantum übersteigt, das in Archiven und Gedächtnis „Banken“ erhalten geblieben ist, einschließlich derer, die online tätig sind.
Der Titel, übernommen aus der zeitgenössischen Reflexion des Künstlers Vladimír Havlík, erinnert an die Vielfalt dieses Umfelds und die Spannung zwischen dem, was wir als wesentlich erachten, und dem, was am Rande unserer Aufmerksamkeit bleibt. „Quarks und Grieben“ knüpft gezielt an die langjährige Forschung des Muzeum umění Olomouc und an die Ausstellungs- und Publikationsprojekte Oznámení o Ikarově letu, Skleník und Meditace o městě, krajině, umění an. Diesmal widmen sie sich der jüngsten Vergangenheit, die immer noch Teil der lebendigen Erfahrung ihrer Akteure ist.
Das Projekt „Quarks und Grieben“: Olmützer Kunstszene und verwandte Zonen 1990–2020+ entstand im Rahmen des Programms zur Förderung der angewandten Forschung im Bereich der nationalen und kulturellen Identität für die Jahre 2023 bis 2030 (NAKI III) des Kulturministeriums der Tschechischen Republik als Teil des Projekts „Olomouc ve 3D – Eine neue Dimension des kulturellen Erbes der Stadt: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft“ (DH23P03OVV018).
I. DAS GEDÄCHTNIS IST KEIN ARCHIV
- 2026 – 21. 3. 2027 | Museum für Moderne Kunst, Ausstellungshalle Galerie
Die Ausstellung beleuchtet die Veränderungen der Olmützer Galerieszene zwischen 1990 und 2020 durch eine repräsentative Auswahl von Galerien, Ausstellungsinitiativen und Schlüsselprojekten, die das kulturelle Leben der Stadt prägten. Neben authentischen Kunstwerken und Archivmaterialien bietet sie Rekonstruktionen ausgewählter Ausstellungssituationen und Zeugenaussagen von Zeitzeugen – Kuratoren, Künstlern und Galeristen. Die Ausstellung verknüpft Dokumentation mit der persönlichen Erinnerung der Akteure und lädt die Besucher ein, die Kulturgeschichte von Olomouc als ein lebendiges Netzwerk von Menschen, Räumen und Ideen zu entdecken.
Informationen zur Ausstellung
AUSSTELLUNG: Das Gedächtnis ist kein Archiv. „Quarks und Grieben“: Olmützer Kunstszene und verwandte Zonen 1990–2020+
ORT: Muzeum moderního umění, Galerie
TERMIN: 22. 10. 2026 – 21. 3. 2027
VERNISSAGE: 22. 10. 2026 um 17:30 Uhr
AUTOR: Jakub Frank
KURATORINNEN: Klára Jeništová, Olga Š. Staníková
RAUMGESTALTUNG: Vlastimil Sedláček
GRAFIKDESIGN: Petr Šmalec
ÜBERSETZUNG UND SPRACHLICHE REDAKTION: Zuzana Henešová
INSTALLATION: Vlastimil Sedláček, Filip Šindelář, Radka Žáková
BILDUNGSPROGRAMME: David Hrbek, Denisa Tessenyi
PROMOTION: Tomáš Kasal, Martin Šinkovský

„Quarks und Grieben“: Olmützer Kunstszene und verwandte Zonen 1990–2020+
Öffnet in 30 Tagen
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Alle ansehen →Quelle: muo.cz/vystavy/kvarky-a-skvarky





