Zu den prominentesten und am häufigsten verwendeten symbolischen Figuren in der Kunst der Frühneuzeit gehörte Chronos – die Personifikation der Zeit in Form eines geflügelten alten Mannes mit einer Uhr und einer Sense. Wir finden ihn in Gemälden und Stichen, in der Bildhauerei und in den Werken des Kunsthandwerks. Die Ausstellung präsentiert Chronos und andere Personifikationen der Zeit auf Druckgrafiken vom 16. bis zum frühen 19. Jahrhundert. Seine Bedeutung in allegorischen Szenen konnte dabei sowohl negativ als auch positiv sein – er trat als unerbittlicher Zerstörer von Leben, Schönheit oder Kunstwerken auf, aber auch als weiser alter Mann, der auf die Vergänglichkeit hinwies und an wesentliche Werte erinnerte. Durch Werke aus der Sammlung für Grafik und Zeichnung der NGP werden die Hauptthemenkreise aus der umfangreichen Ikonographie des „Vaters der Zeit“ – Chronos – nähergebracht: Triumphe der Zeit, Zeit als Offenbarer und Retter der Wahrheit, Allegorien der richtigen und falschen Nutzung der Zeit, Zeit in der Satire (in den berühmten Blättern von William Hogarth) und andere. Ein Epilog bildet eine Auswahl von Neujahrsgrüßen von Josef Bergler, die belegen, wie die Tradition des Chronos auch nach 1800 lebendig blieb.
Kuratorin: Petra Zelenková

Chronos. Das Thema der Zeit in der Grafik des 16. bis 18. Jahrhunderts
Von PhDr. Petra Zelenková, Ph.D.
Öffnet in 28 Tagen





