Die Ausstellung greift auf die Biografie des Schriftstellers zurück. Den Kommentar bilden Zitate aus der Biografie von Witold Gombrowicz, die der Autor für die Zeitschrift L’Herne vorbereitet hat, sowie Auszüge aus seinem Dziennik, Testament und den Wspomnienia polskie. Begleitet werden sie von zahlreichen Fotografien und Ausschnitten aus dem Dokumentarfilm Witold Gombrowicz 1904-1969 in der Regie von Andrzej Wolski.
Im Erdgeschoss kann man sich in den Saal Ferdydurke setzen, das ehemalige Zimmer des Schriftstellers, heute als Café gestaltet. Dieser Raum lädt zur Deutung des berühmten Romans ein. Der polnische Saal zeigt die erste Lebensphase Gombrowiczs, von seiner Geburt bis zur Abreise aus Polen im Jahr 1939. Er zeichnet seine emotionale und intellektuelle Entwicklung sowie seine weiteren literarischen Werke nach. Der Hintergrund der biografischen Erzählung ist die Geschichte der Familien Kotkowski und Gombrowicz, eine Erzählung vom Leben auf dem Landgut, vom kulturellen und künstlerischen Leben der Zweiten Polnischen Republik.
Private Gegenstände des Schriftstellers, etwa seine Lieblingspfeifen, Schach, Brille, Spazierstock, Schreibmaschine, Geldbörse, Medikamente und andere Alltagsgegenstände, sind in der Halle und auf dem Zwischengeschoss zu sehen. Zu den ungewöhnlichsten gehören: der Koffer, mit dem Gombrowicz 1939 Polen verließ, Plastikfiguren aus einer Manufaktur, die er mitbetrieb, sowie an der Decke aufgehängte Sessel, die einst in der Wohnung des Autors von Ferdydurke in Vence an der französischen Riviera standen.
Im Obergeschoss befindet sich der argentinisch-europäische Saal, der auf den Emigrationsabschnitt von Gombrowiczs Biografie (1939-1969) Bezug nimmt. Er präsentiert Texte des Schriftstellers, die in Argentinien, Deutschland und Frankreich entstanden – von Manuskripten und Typoskripten über Erstausgaben bis zu Übersetzungen; er enthüllt zudem das Privatleben des Schriftstellers in der Fremde anhand von Briefen, Fotografien und persönlichen Dokumenten. Daneben, im Lehrsaal, lohnt sich der Blick auf wertvolle persönliche Erinnerungsstücke, die die Witwe des Schriftstellers, Rita Gombrowicz, überlassen hat. An den Wänden hängen Motywy z Vence – Gemälde von Kazimierz Głaz, einem Maler, der sich in der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre mit Gombrowicz anfreundete, sowie Gouachen aus seiner Hand aus dem Zyklus O Witoldzie Gombrowiczu, kilka cytatów z prasy międzynarodowej (Vence, 1968).
Rechts vom Emigrationssaal befindet sich die CzyStelnia (Lesezimmer-Badezimmer), in der man Bücher des Schriftstellers zur Hand nehmen kann, die direkt neben der Badewanne der Gombrowiczs aus der Villa Alexandrine und… einem Nachttopf stehen. Letzterer, vom Maler Janusz Eichler mit Szenen aus Gombrowiczs Werken verziert, war ein Geschenk des Schriftstellers für seinen Patensohn Adrian Rússovich. Besonders empfehlen wir es denen, die gern in der Badewanne lesen, auch wenn bei uns nur trocken gelesen werden darf.
Muzeum Witolda Gombrowicza ul. W. Gombrowicza 1 26-660 Jedlińsk tel. 48 321 50 73 muzeum-gombrowicza@muzeumliteratury.pl
Ausstellung geöffnet: Wintersaison (1. November bis 31. März) Dienstag – Freitag – 10.00 – 17.00 Sonntag – 10.00 – 17.00 Montag, Samstag – Ausstellung geschlossen
Sommersaison (1. April bis 31. Oktober) Montag – Ausstellung geschlossen Dienstag – Sonntag – 10.00 – 17.00

Ich, Witold Gombrowicz
Dauerausstellung





