01.05 – 20.09.2026 Adoleszenz
Zachęta – National Gallery of Art
Kuratoren: Katarzyna Kołodziej-Podsiadło, Joanna Kordjak und Julia Marchand Künstler, die an der Ausstellung und dem öffentlichen Programm teilnehmen: Mohamed Bourouissa; Dasha Chechushkova & fra fra fra (Awgust, Pavlo Chechushkov, Oksana Holovach, Nika Klianchyna, Mikki, Nika Lutsiuk, Téru, Katia Vazhynska, Alisa Yarova); Chiki; Matt Copson; Andro Eradze; fantastic little splash; Aneta Grzeszykowska; Ane Hjort Guttu; Eva Koťátková; Ant Łakomsk; Ania Nowak und Stefania Sural, Natasha Trompiz, Helena Wicher; Liselor Perez; Marta Romankiv und Weronika Zalewska sowie Vasyl Buzenko, Marianna Zofia Grabowska, Max Hańderek, Anna Koniak, Tony Koniak, Dominika Shashkun; Anhar Salem; Magda Szpecht; Gisèle Vienne; Jaśmina Wójcik
Wie beschreibt die moderne Kunst den Übergang von der Kindheit ins Erwachsenenalter und die Probleme, denen Teenager heutzutage begegnen? Können künstlerische Mittel ihnen helfen, Beziehungen aufzubauen und alternative Kommunikationswege in einer chaotischen Welt zu schaffen, die von einer Flut von Bildern und Informationen überwältigt ist? Können sie tatsächliche Unterstützung in den emotionalen Krisen bieten, denen diese Menschen begegnen, und ihr Gefühl der Handlungsfähigkeit wiederherstellen?
Ein gemeinsames Motiv in den Videos, Installationen und anderen Werken, die in der Ausstellung präsentiert werden, ist die Erfahrung der Adoleszenz in der Realität der heutigen Welt. Da ist die nahegelegene ongoing war und die Klimakatastrophe, die das Gefühl der Unsicherheit über die Zukunft verstärkt. Ein weiterer Aspekt ist die Gewalt, die durch Gleichaltrige und das System erfahren wird – eine der Hauptursachen für die psychische Gesundheitskrise. Und schließlich gibt es das Chaos, das durch den Ansturm von Bildern, Falschmeldungen und den ständigen Druck der sozialen Medien entsteht.
Die zur Ausstellung eingeladenen Künstler erkunden die Grenze zwischen Kindheit und Erwachsenenalter. Matt Copsons Laseroper, Age of Coming, spricht über die Adoleszenz als Prozess und die damit verbundene existenzielle Angst. Andere Werke befassen sich mit Problemen wie dem Kampf um die Akzeptanz des eigenen Körpers oder der Suche nach der sexuellen Identität, begleitet von Scham und der Angst vor Verurteilung und Ablehnung. Einsamkeit und Rückzug sind wiederkehrende Themen, zusammen mit der Sehnsucht nach einem Gefühl der Zugehörigkeit. Gisèle Vienne und Mohamed Bourouissa lenken unsere Aufmerksamkeit auf die Instrumente systematischer Gewalt in familiären und sozialen Umfeldern, die Teenagern ihre Stimme und Handlungsfähigkeit nehmen; gleichzeitig heben sie das enorme politische Potenzial dieser marginalisierten sozialen Gruppe hervor. Anhar Salem befasst sich mit dem Thema Cybermobbing. Magda Szpecht mit ihrer interaktiven Installation und das Kollektiv fantastic little splash mit dem Workshop, den sie während der Ausstellung abhalten werden, konzentrieren sich auf moderne Bedrohungen wie politische Manipulation durch soziale Medien; gleichzeitig zeigen sie, wie digitale Werkzeuge intentional und kreativ genutzt werden können.
Ausgangspunkt für die Ausstellung war die Frage nach der Rolle von Kulturinstitutionen und künstlerischen Werkzeugen als Mittel zur tatsächlichen Unterstützung von Teenagern. Hintergrund ist die ernste psychische Gesundheitskrise, die diese Altersgruppe betrifft, begünstigt durch eine Krise im Bildungswesen und das dramatische Versagen des psychiatrischen und psychologischen Gesundheitssystems. Ziel war es, einen Raum zu schaffen, in dem die Stimmen von Teenagern auf verschiedene Weisen widerhallen konnten. Deshalb rückt die Ausstellung die Werke in den Mittelpunkt, die sie kollektiv in Zusammenarbeit mit Künstlern wie Marta Romankiv und Weronika Zalewska oder Ania Nowak geschaffen haben. Einer der Höhepunkte der Ausstellung ist die von Dasha Chechushkova entworfene Installation, die die Werke von über einem Dutzend junger Menschen aus dem ukrainischen Kollektiv fra fra fra präsentiert.
Die Ausstellung wurde konzipiert, um einen Raum für Experimente zu bieten, der die Entdeckung der Möglichkeiten von Filmkamera, Poesie, performativen Aktionen oder theatralischen Praktiken fördert – von der Verbesserung kritischer Denkfähigkeiten und des sozialen Bewusstseins bis zur Unterstützung bei der Bewältigung emotionaler Krisen.
Mehr als nur eine Alterskategorie oder ein biologisches Phänomen behandeln die hier gezeigten Werke die Adoleszenz auch als Geisteszustand. So weben sie eine universelle Geschichte über Scham, Verletzlichkeit und die Sinnsuche, die sowohl bei Teenagern als auch bei Erwachsenen Anklang finden kann.
Foto: Aneta Grzeszykowska, Daughter #04, 2025, entstanden mit Unterstützung der D’ARC Foundation in Rom

Adoleszenz
Von Katarzyna Kołodziej-Podsiadło, Joanna Kordjak oraz Julia Marchand, Joanna Kordjak, Julia Marchand
1. Mai – 20. Sept., 2026


