Jiří Kolář
(24. September 1914, Protivín – 11. August 2002, Prag)
Ein Dichter der Worte und ein Dichter der Bilder und eines der markantesten kulturellen Phänomene der tschechischen und europäischen Kulturszene. Trotz echter und weitreichender Schwierigkeiten bleibt sein außergewöhnliches bürgerschaftliches und kulturelles Engagement bis heute ein Beispiel für ein positives Bekenntnis zur Kunst und Kultur.
Wir kehren immer wieder zu seinem Werk zurück, ob wir es nun als die Summe eines fesselnden Zeugnisses eines modernistischen Intellektuellen wahrnehmen – fest überzeugt vom Sinn der Kunst und des kulturellen Lebens – oder als Beweis grenzenloser visueller Kreativität. Kolářs Gedichte sind von Bildern durchdrungen, so wie sein visuelles Werk aus der Poetik der Worte und der Poesie der Bilder gleichermaßen schöpft. Er erhob die Technik der Collage zu exquisiter visueller Virtuosität.
Ladislav Novák
(4. August 1925, Turnov – 28. Juli 1999, Třebíč)
Der Name Ladislav Novák gehört nicht nur zur Welt der Poesie, sondern ebenso zur Welt der bildenden Kunst, und im mitteleuropäischen Kontext ist er einzigartig. Seine kreativen Grundlagen beruhen nicht auf der Jagd nach äußerer Schönheit, sondern auf einer tiefen Erforschung der Beziehung zwischen menschlichem Bewusstsein und der schwer fassbaren Energie des Chaos.
Er schöpfte aus den Prinzipien des surrealistischen Zufalls vor allem in seinen froissages – zerknüllten Papierbögen, in denen die einzelnen Falten eine zufällige Struktur schufen, die er dann weiterentwickelte – sowie in seinen sogenannten muchlages, veronages und alchymages. Als eine Person, die tief mit der Kunst verbunden war, veröffentlichte er seit Mitte der 1940er Jahre Gedichte, und in den 1960er Jahren, als sein visuelles Werk begann, und während des gesamten folgenden Jahrzehnts widmete er sich gleichermaßen Aktionen und Texten für Happenings.
Die Stadt Třebíč, wo er viele Jahre arbeitete, beglich nach seinem Tod ihre Schuld ihm gegenüber mit der Eröffnung der Ladislav Novák Galerie, die seit 2002 in Betrieb ist. Obwohl er außerhalb der großen künstlerischen Zentren arbeitete, wurde er zu Lebzeiten, insbesondere in Italien und Frankreich, in internationale Kontexte eingeordnet; ein wichtiger Begleiter und Fürsprecher war der bedeutende tschechische Kunst- und Literaturtheoretiker, Kritiker, Kunsthistoriker und Essayist Jindřich Chalupecký.

Jiří Kolář und Ladislav Novák: Hommage an Fliegen, Spinnen, Fische, Mäuse und Hunde
26. März – 30. Aug., 2026




