Die ausgestellte Sammlung analoger Fotografien von Rostislav Čuřík besteht teilweise aus frühen Aufnahmen, die Ende der siebziger und in den achtziger Jahren entstanden sind, sowie aus aktuellen, die der Autor dieses Jahr direkt für die Ausstellung (Fotografie) vorbereitet hat.
Seit Rostislav Čuřík sich der Fotografie widmet, zeichnet sich sein Werk durch Kunstfertigkeit, Experiment und Performativität aus. Die Beherrschung der außergewöhnlichen Technik der analogen Fotografie und ihrer Feinheiten ist für ihn ein wichtiger Ausgangspunkt. Typisch für sein Werk sind auch die Inspiration durch die Avantgarde- und moderne Fotografie, Langzeitbelichtungen sowie die Tatsache, dass seine Aufnahmen manchmal erst in der Dunkelkammer entstehen, vor allem durch verschiedene Eingriffe in die Negative, Zeichnen, Schneiden, Kratzen, Überlappen, Belichten, Einfügen von Gegenständen, Malen mit Entwickler auf empfindliches Papier und anschließendes Tönen. Da er Eingriffe in die Negative oft fast im Dunkeln vornimmt, bewegt sich seine Arbeit am Rande eines Spiels mit dem Zufall, bedingt durch langjährige Erfahrung. Aktion und Bewegung werden zu einem unmittelbaren Bestandteil der Werkentstehung, und auf vielen Aufnahmen ist auch der Autor persönlich zu sehen. Dabei handelt es sich jedoch meist nicht um bewusst inszenierte Selbstporträts, sondern um eine einfache Lösung für die Notwendigkeit, ein Modell für Aktionsfotografien zu finden.
Das frühe Werk von Rostislav Čuřík, das um 1980 entstand, stellt aus heutiger zeitlicher Distanz ein klar formuliertes Zeugnis der Situation und Gefühle einer jungen kreativen Generation dar, die in einer Zeit der eingeschränkten Möglichkeiten der Normalisierung und einer allgemein herrschenden tiefen gesellschaftlichen Depression erwuchs. Sein damaliges Werk ist jedoch voller Energie und evoziert „die Explosion einer freien Supernova oder den Flug eines Kugelblitzes“, wie einer seiner Generationsgenossen kürzlich unwillkürlich bemerkte, als er von der Vorbereitung der Ausstellung im Haus der Kunst erfuhr. Die Aufnahmen von Rostislav Čuřík aus dieser Zeit zeugen noch heute von der Kraft der jungen Generation, die den Willen und die Lust hatte, ihre Pläne zu verwirklichen, jedoch zwangsläufig auf die starre totalitäre Macht stieß.
Die Arbeit von Rostislav Čuřík ist von einer romantischen Hingabe an die Kunst und einer Nichtunterscheidung des Alltags vom Schaffen geprägt. Zu seinen frühen fotografischen Arbeiten gehören auch inszenierte Aufnahmen, die durch den Mut bestechen, künstlerisch gestaltete Akte festzuhalten, oft Selbstporträts, die den damals aktuellen Body Art evozieren. Diese offene, freie Botschaft über die Intimität des Körpers schuf der Autor in Ateliers in den Straßen Táborská, Francouzská, im Haus in Kamenná kolonie oder auch im Freien. Die auf den Aufnahmen festgehaltenen Ateliers stellten damals einzigartige Orte der Freiheit dar, verborgen vor der äußeren normalisierenden Welt. Čuřík hielt hier spontane, kreative und energiegeladene Ausschweifungen fest, die er zusammen mit seinen Kommilitonen-Malern Laco Garaj, Libor Jaroš, mit dem Kreis der Mitarbeiter des Theaters Tak Tak unter der Leitung von Regisseur J. A. Pitínský (damals noch unter seinem richtigen Namen Zdeněk Petrželka auftretend) oder später mit Künstlern, die in der freien Gruppe Valerian’s Future zusammengeschlossen waren, bestehend aus Michal Čuřík (Estrada), Roman Švandini und dem Dichter Jiří Dynka, unternahm.
Formal hängt der Charakter von Čuříks Werk mit der allmählichen Durchsetzung der Postmoderne in der damaligen tschechoslowakischen Kultur zusammen. Im Bereich der heimischen zeitgenössischen Fotografie sind seine Arbeiten den Aufnahmen der Gruppe Slowakische Neue Welle, die von einer Generation von Studenten der Prager FAMU, geboren um 1960, geschaffen wurden, sowie dem Werk von Vladimír Židlický, der Čuříks Lehrer an der Mittelschule für Kunst und Handwerk in Brno war, ähnlich. Doch im Gegensatz zur künstlerischen, inszenierten und sorglos-spielerischen Fotografie der genannten Künstler enthalten Čuříks Aufnahmen gleichzeitig eine dringende, allgemein geteilte zeitgenössische existenzielle Skepsis und eine Offenheit, die am Rande der Selbstzerstörung balanciert.
Auch im neuen Zyklus der Aufnahmen „Stilleben auf dem Tisch“, der direkt für die aktuelle Ausstellung entstanden ist und mit einer Linhof-Kamera auf ein 13×18 cm Negativ mit Langzeitbelichtung fotografiert wurde, sind Anzeichen von Performativität und künstlerischen Eingriffen mittels Fotogramm-Methode erkennbar. Diese Fotografien fangen magische Ansammlungen gewöhnlicher Gegenstände ein, meist verschiedenes Verpackungs- oder Abfallmaterial, das die Sichtweise des Autors in wertvolle Schätze verwandelt. Seine Aufnahmen zeugen von einer einzigartigen Malerei mit Licht, dem Fluss der Zeit und der Schönheit des erlebten Augenblicks. Ihr Charakter offenbart auch, dass die Schaffung von Gemälden eine weitere künstlerische Ausdrucksform des Autors ist. Mit diesem Zyklus von Fotografien reagiert Rostislav Čuřík auch auf seinen kürzlichen Aufenthalt im Schloss Mikulov während des Symposiums, das dem Phänomen der Alchemie im Jahr 2025 gewidmet war. Die ausgestellte Sammlung neuer Fotografien wird durch Aufnahmen geheimnisvoller Stillleben aus dem sogenannten Zyklus 2026 II. Pinhole (minimalistisches Experiment) ergänzt. Sie wurden mit mehreren vom Autor selbst hergestellten Camera Obscura-Objekten aufgenommen, die zusammen mit Rostislav Čuřík von seinem Bruder Estrada angefertigt wurden und ebenfalls in der Ausstellung (Fotografie) zu sehen sind, einschließlich der Berechnungen des Künstlers für deren Realisierung.
Geöffnet von Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr, mittwochs verlängerte Öffnungszeit bis 20:00 Uhr.
Foto: Jan Prokopius

Rostislav Čuřík (Fotografie)
Von Terezie Petišková
Endet in 29 Tagen




