„.. und keine andere!“ Auditorium der slowakischen Szene

Von Júlia Bútorová, Marika Svobodová

Öffnet in 19 Tagen

Die Ausstellung geht von der Reflexion der aktuellen Situation der slowakischen Kultur- und Kunstszene aus, die in den letzten Jahren zunehmendem politischem Druck und Eingriffen in ihre institutionelle Autonomie ausgesetzt ist. Sie wurde auf der Grundlage der tschechisch-slowakischen Zusammenarbeit und des Dialogs, ausgehend von Nähe, gemeinsamer Erfahrung und historischer Kontinuität, als eine Sammlung von kuratorischen und künstlerischen Beiträgen konzipiert, die aus verschiedenen Perspektiven und Positionen den gegenwärtigen Zustand der slowakischen Kunst beleuchten. Vertreten sind Werke und Erfahrungen mehrerer Generationen von Ausstellenden, von angesehenen Persönlichkeiten bis hin zu aufstrebenden oder studierenden Künstlerinnen und Künstlern. Die einzelnen Beiträge sind in mehreren Ausstellungsräumen des Dům umění untergebracht, treten aber auch in den öffentlichen Raum und entstehen im Rahmen des Residenzprogramms der Institution.

Die Ausstellung schafft eine Auditorium-Umgebung – einen Raum zum Zuhören und für den Dialog – und zielt darauf ab, die Pluralität der Stimmen und Strategien einzufangen. Sie lenkt die Aufmerksamkeit auf die eigene institutionelle Erinnerung und die Kontinuität der Zusammenarbeit des Dům umění mit der slowakischen Szene oder Institutionen, testet durch einen offenen Aufruf die Grenzen des Begriffs „slowakische Kunst“, verfolgt das Thema Identität im Spannungsfeld zwischen persönlicher und gesellschaftlicher Ebene, fängt Überlebens- und Widerstandsstrategien nicht-menschlicher Entitäten ein, widmet sich der Parallele modernistischer Utopien und nicht realisierter Projekte im Mechanismus von Fördersystemen, untersucht die instrumentelle Ebene der Stereotypisierung von Kunst in aktuellen digitalen Technologien, die Performativität öffentlicher politischer Gesten und wirft die Frage nach der Suche nach einer Zukunftsvision im slowakischen und allgemein europäischen Raum auf.

Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf den Ausspruch „Slovenská a žiadna iná!“ (Slowakisch und keine andere!), der hier als Symptom eines breiteren kulturell-politischen Rahmens verstanden wird. Die Ausstellung konzentriert sich nicht auf dessen Kritik als einzelne Aussage, sondern untersucht die Mechanismen, durch die nationale Identität zu einem Instrument der Abgrenzung, Repräsentation und Legitimierung im Bereich der Kultur wird. Dieser Zustand wird als eine konkrete soziale Realität verstanden, deren Folgen sich allmählich auch im tschechischen geopolitischen Raum niederschlagen.

Ziel des Ausstellungsprojekts ist es nicht, ein einheitliches Bild zu schaffen, sondern die Situation in ihrer Komplexität und ihren Widersprüchen zu artikulieren. Es strebt nicht nur die Präsentation zeitgenössischer Kunst an, sondern vor allem deren Lesart als Instrument der Reflexion und des Erfahrungsaustauschs im mitteleuropäischen Kontext. Gleichzeitig stellt es die Frage nach der Rolle von Kulturinstitutionen als aktive Akteure des öffentlichen Raums und danach, wie Kunst in einen sich wandelnden politischen und sozialen Rahmen eintreten kann – und was uns die zeitgenössische slowakische Kunst über die Bedingungen erzählt, unter denen sie entsteht.

Die Ausstellung findet unter der Schirmherrschaft der Oberbürgermeisterin von Brno, Markéta Vaňková, statt.

Kuratorische Beiträge: Júlia Bútorová, Radovan Čerevka und Tomáš Makara, Zuzana Janečková und Dorota Kenderová, Svätopluk Mikyta und Zuzana Bodnárová, Marika Svobodová, Barbora Trnková und Tomáš Kukuča, Umenie nebude ticho!

Ausstellende: Marek Adamov, Janko Alexy, Miloš Alexander Bazovský, Peter Barényi, Július Barczi, Juraj Bartusz, Júlia Bartuszová, Mária Bartuszová, András Cséfalvay, Palo Čejka, Anton Čierny, Lýdia Čepková, Anna Daučíková, Sláva Daubnerová, Divadlo Pôtoň, Drama Queer, Matej Drlička, Andrej Dúbravský, Alexander Eckerdt, Vojtech Erdélyi, Ján Juraj Fegh, Oskar Felber, Svetlana Fialová, Rudolf Fila, Stano Filko, Viktor Fuček, Ľudovít Fulla, Mikuláš Galanda, Tibor Gáll, Zuzana Golianová, Veroni Gyenge, Tomáš Hudák, Oto Hudec, Michal Hvorecký, Jozef Jankovič, Anton Jasusch, Andrea Kalinová, Gertrúda Kenderová, Alojz Klimo, Tamara Klimová, Bohunka Koklesová, Martin Kochan, Kristián Németh, Ilona Németh, Karol Kállay, Erik Kliment, Eva Končeková, Marcel Korec, Otto Korkoš, Katka Koščová, Patričia Koyšová, Daniela Krajčová, Bohuš Kubinský, Maximilian Kurth, Alexandra Kusá, Bystrík Klčo, Miloš Laky, Ivana Laučíková, Zuzana Liptáková, Katarína Mach, Paula Malinowska, Martin Martinček, Braňo Matis, Milan Mazúr, Theodor Jozef Musson, Verona Němcová, Miroslav Noga & Štefan Skrúcený, Sára Paldanová, Jozef Pilát, Pink Bus, Paulína Pinková, Roman Poláčik, Post Bellum, Ľubomír Purdeš, Arpád Račko, Júlia Rázusová, Emília Rigová, Magdaléna Robinsonová, Andrej Rudavský, Mária Rudavská, Rastislav Sedláčik, Erik Sikora, Tono S, Tomáš Sloboda, Lukáš Sobota, Monika Stacho, Erik Šille, Martin Šalacha, Ivana Šáteková, Kristián Šmelko, Ester Šimerová Martinčeková, Štefan Skrúcaný, Ľubo Šoška, Dezider Tóth, Olja Triaška Stefanović, Samuel Trnka, Rudolf Uher, Umenie nebude ticho!, Miloš Urbásek, Jaroslav Vodrážka, Zamestnanectvo SNG, Ján Zavarský, Ján Zelinka, Erik Ždiľa

Brno House of Arts