„... und keine andere!“

Von Júlia Bútorová, Marika Svobodová

Öffnet in 63 Tagen

Die Ausstellung basiert auf der Reflexion der aktuellen Situation der slowakischen Kultur- und Kunstszene, die in den letzten Jahren zunehmendem politischem Druck und Eingriffen in ihre institutionelle Autonomie ausgesetzt war. Dieser Zustand wird als konkrete gesellschaftliche Realität verstanden, deren Folgen sich allmählich auch im tschechischen geopolitischen Raum widerspiegeln. Dieser Tatsache wird daher durch einen tschechisch-slowakischen Dialog begegnet, der auf Nähe, gemeinsamer Erfahrung und historischer Kontinuität basiert.

Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf den Ausspruch „Slowakisch und keine andere!“, der hier als Symptom eines breiteren kulturpolitischen Rahmens verstanden wird. Die Ausstellung konzentriert sich nicht auf dessen Kritik als einzelne Äußerung, sondern untersucht die Mechanismen, durch die nationale Identität zu einem Instrument der Abgrenzung, Repräsentation und Legitimation im Bereich der Kultur wird.

Die Ausstellung ist als eine Reihe eigenständiger kuratorisch-künstlerischer Beiträge konzipiert, die die aktuelle Position der slowakischen Kunst aus verschiedenen Perspektiven reflektieren. Sie evoziert das Format eines Konferenzdialogs und ermöglicht so, eine Vielzahl von Stimmen und Strategien zu erfassen – von der Arbeit mit dem institutionellen Gedächtnis und Archiv des Hauses der Kunst über einen offenen Aufruf, der die Grenzen des Begriffs „slowakische Kunst“ testet, bis hin zur Ebene von Überlebensstrategien und Projektidealismus, wo nicht realisierte Vorhaben zu einem Indikator für unterdrücktes Potenzial und alternative Entwicklungsrichtungen werden.

Ziel der Ausstellung ist es nicht, ein einheitliches Bild zu schaffen, sondern die Situation in ihrer Komplexität und ihren Widersprüchen zu artikulieren. Sie strebt nicht nur danach, zeitgenössische Kunst zu präsentieren, sondern vor allem, sie als Werkzeug zur Reflexion und zum Erfahrungsaustausch im mitteleuropäischen Kontext zu lesen. Gleichzeitig stellt sie die Frage nach der Rolle von Kulturinstitutionen als aktiven Akteuren im öffentlichen Raum und danach, wie Kunst in einen sich wandelnden politischen und gesellschaftlichen Rahmen eintreten kann – und was uns die zeitgenössische slowakische Kunst über die Bedingungen, unter denen sie entsteht, erzählt.

Mitarbeitende: Zuzana Janečková und Dorota Kenderová, Radovan Čerevka und Tomáš Makara, Initiative Umenie nebude ticho!, Svatopluk Mikyta und Zuzana Bodnárová, Barbora Trnková, VKB - Viktória Pardovičová, BAiR - Šimon Kadlčák und Jan Langer, BAM - Veronika Jičínská

Die Ausstellung findet unter der Schirmherrschaft der Oberbürgermeisterin von Brno, Markéta Vaňková, statt.

Foto: Romana Horáková

Brno House of Arts
Quelle: www.dum-umeni.cz/a-ziadna-ina/t10069