Die Ausstellung von Julie Daňhelová und Kryštof Kučera verflechtet mehrere imaginäre Adern, die für die Kulturlandschaft des Erzgebirges entscheidend waren. Die Wünschelruten im Titel der Ausstellung verweisen auf die umstrittene Methode der Suche nach unterirdischen Metallen mittels Ruten, zu der sich die Bergleute hier seit dem Mittelalter geflüchtet haben. Gleichzeitig deuten sie an, dass der Bergbau nie nur den Abbau von Rohstoffen darstellte, sondern auch eine bestimmte (keineswegs unbedingt rationale) Beziehung zur Umwelt. Die Vielfalt der Zugänge zur Welt belegen übrigens auch andere Formen und Transformationen der Arbeit, deren Spuren in der Ausstellung abgebildet sind. Während Julie sich mit den gewählten Themen der Bergbau-Mythologie zuwendet, ähnelt ihre präzise Mikrostiftzeichnung handwerklich geklöppelter Spitze, die angeblich auch die Bergleute selbst gelegentlich herstellten, wenn sie nicht unter Tage arbeiten konnten. Eine ähnliche Spannung zwischen roher Kraft und feiner Handhabung zeigen Kryštofs „Erzgebirge“-Objekte aus Holz, deren Form sowohl an Zauberstäbe als auch an industrielle Bohrer erinnern kann. Die Kunstwerke werden in der Ausstellung außerdem durch gefundene Fragmente von Perlmutt oder Blasinstrumenten ergänzt, die Überreste der lokalen Knopf- und Musikinstrumentenproduktion darstellen. Julie und Kryštof unternehmen so gemeinsam eine Sondierung in einen vieldeutigen Raum, in dem Tradition mit Moderne, Magie mit Technik, die Ungastlichkeit unterirdischer Schächte mit der Gemütlichkeit verschwundener Haushalte, die Heimproduktion mit dem Weltmarkt und die Ausbeutung der Landschaft mit ihrer Pflege vermischt wird. Julie Daňhelová, Kryštof Kučera, Wünschelruten -

Julie Daňhelová, Kryštof Kučera, Wünschelruten
Von Vojtěch Märc
16. Apr. – 21. Juni, 2026





