Veronika Holcová, Unvollendetes Selbstporträt

Von Terezie Nekvindová

16. Apr. – 14. Juni, 2026

Das Werk von Veronika Holcová (*1973) stellt eine der eigenwilligsten malerischen Ausdrucksformen der Gegenwart dar. Ihre Bilder vibrieren mit einer außergewöhnlich starken visuellen Imagination und intensiver inhaltlicher Vielschichtigkeit. Sie projiziert persönliche Erfahrungen, Erinnerungen, Visionen, unbewusste archetypische Inhalte, Albträume und Momente des Tagträumens hinein. Alle ihre Gemälde sind in gewisser Weise ihre Selbstporträts. Gleichzeitig erzählen sie aber auch von einer universellen weiblichen Erfahrung – von Körper, Verletzlichkeit, Stärke, Sehnsucht und Angst. Die Autorin selbst sagt, dass ihre Werke wie „fleischfressende Blumen“ wirken – sie ziehen mit ihrer Schönheit an, doch unter der verführerischen Oberfläche verbergen sich Spannung und Unruhe. Holcová unterliegt keinen Modewellen, ihre Bilder sind im besten Sinne zeitlos. Ihr Werk, das auch eine bedeutende Reihe von Arbeiten auf Papier umfasst, entwickelt sie als alchemistischen Prozess, in dem sie sich von Elementen des Automatismus leiten lässt, den sie jedoch mit ihrem geschliffenen professionellen Blick und kompositorischen Gespür kultiviert. Obwohl sich in ihrem Werk der Einfluss des Surrealismus, der Romantik des 19. Jahrhunderts oder der Art Brut widerspiegelt, spricht sie eine zeitgenössische, völlig autonome Sprache. Die vorläufige Retrospektive umfasst Werke von den 90er Jahren bis heute, einschließlich ihrer Diplomarbeit „Jedno v druhém“ (Eines im Anderen) (1999), in der sie ihre frische Mutterschaft thematisierte – die Zeichnungen ihrer Tochter, Julie Daňhelová, ebenfalls Absolventin des Ateliers von Vladimír Kokolia an der Akademie výtvarných umění v Praze, präsentiert die Galerie výtvarného umění v Chebu zufällig in einer parallelen Ausstellung. Zur Ausstellung, die sich in die freie dramaturgische Reihe der ersten Retrospektiven von Künstlern und Künstlerinnen einreiht, die nach 1989 auf die Szene traten, erscheint eine Monographie der Autorin mit einem Text der Kuratorin der Ausstellung, Terezie Nekvindová. Veronika Holcová, Unvollendetes Selbstporträt –

Gallery of Fine Arts in Cheb