Vernissage: 25.09.2026, 18.00 Uhr, NOMUS – Nowe Muzeum Sztuki und Gdańska Galeria Fotografii Der Eintritt zur Vernissage ist frei. Die Vernissage wird in PJM übersetzt.
Kann Materie handeln? Ist das Wachstum einer Pflanze, der Kreislauf des Wassers, das Reißen von Holz oder der langsame Verfall von organischem Gewebe nur ein Prozess, der im Hintergrund der menschlichen Geschichte abläuft, oder stellt es eine Form von Agency dar, die wir lange Zeit nicht wahrnehmen konnten? Ab dem 25. September ist im NOMUS – Nowe Muzeum Sztuki eine Ausstellung zu sehen, die sich mit historischen und zeitgenössischen Darstellungsweisen der Natur und den sich ändernden Beziehungen zwischen dem Menschlichen und dem Nichtmenschlichen befasst. Dies ist die erste Ausstellung der Reihe „Jede alte Kunst war einst zeitgenössisch“, die Werke aus verschiedenen Epochen gegenüberstellt, um die Kontinuität der Sensibilität und die Transformation der Sichtweise auf die Realität zu zeigen.
Ausgangspunkt der Ausstellung sind frühneuzeitliche Pflanzenstiche – Blätter, Gräser und Blumen –, die nicht nur als wissenschaftliche Illustrationen, sondern auch als visuelle Spuren des Staunens über die bloße Existenz von Lebensformen interpretiert werden. Sie zeigen die Natur als autonomes Objekt der Erkenntnis, losgelöst von utilitaristischen und symbolischen Kontexten, und das Wunder wird hier als eine Intensität des Sehens verstanden, die auf die materielle Komplexität und Ordnung selbst der unscheinbarsten biologischen Formen fokussiert ist. Zeitgenössische Werke entwickeln diese Haltung weiter und verlagern den Schwerpunkt von der Darstellung auf die Beziehung und Koexistenz. Die Natur wird nicht mehr nur beobachtet, sondern wird zum Akteur in realen Prozessen wie Wachstum, Kreislauf, Zersetzung und Regeneration, in die das Kunstwerk integriert ist.
Natur als Netzwerk von Interdependenzen
– Wir interessieren uns für die Natur nicht als statisches Bild oder Hintergrund menschlicher Aktivitäten, sondern als Materie, die ständig arbeitet: wächst, zirkuliert, aufsaugt, zerfällt und sich regeneriert. In vielen der präsentierten Werke sind diese Prozesse nicht nur Thema der Darstellung, sondern gestalten das Werk tatsächlich mit. Dies ermöglicht eine andere Sichtweise auf Agency – zu erkennen, dass Veränderungen in der Welt nicht ausschließlich das Ergebnis menschlicher Entscheidungen und Handlungen sind – erklärt Aleksandra Grzonkowska, die Kuratorin der Ausstellung. Die Ausstellung stellt die Frage, was sich ändert, wenn die Natur nicht mehr als Thema, Hintergrund oder Ressource behandelt wird. Die präsentierten Werke ermöglichen es, sie als Materie mit eigener Dynamik zu sehen: wachsende, aufsaugen, zirkulierende, sich wandelnde und menschliche Körper, Gesten und Erkenntnisweisen beeinflussende. Anstelle einer einzigen Erzählung über die Natur schlägt die Ausstellung mehrere parallele Perspektiven vor: wissenschaftliche, ästhetische, körperliche, ökologische und materielle.

Körper der Erde. Unsere Körper
Von Aleksandra Grzonkowska, Maja Murawska
Öffnet in 24 Tagen





