Inspiriert vom außergewöhnlichen Leben und Werk der surrealistischen Fotografin und Schriftstellerin Claude Cahun (1894–1954) untersucht die Ausstellung INNER MORNINGS, OR FORMS OF COUNTERCULTURE, wie zeitgenössische Kunst Geschichten des Widerstands erzählt und Formen kultureller Gegenbewegung sichtbar macht. Gegenkultur wird dabei als eine Praxis verstanden, die dazu anregt, im Hier und Jetzt aktiv zu handeln und unsere Beziehung zur Welt kritisch zu hinterfragen.
Die Ausstellung begreift dies als Versuch, heute neu auszuhandeln, was wir für die Zukunft bewahren wollen. Im Zusammenspiel der Sammlungen des FRAC des Pays de la Loire, des Musée d’arts de Nantes und der Sammlung Falckenberg entfaltet sich ein vielschichtiges Bild von Kunst als gesellschaftlicher Gegenkraft.
Mit rund 170 fotografischen, filmischen und installativen Arbeiten von mehr als 80 Künstler*innen zeigt die Ausstellung in vier thematischen Strängen Strategien der Gegenkultur: Sie hinterfragt historische Narrative und schreibt diese aus Perspektiven jenseits des Mainstreams fort, bricht gesellschaftliche Gleichförmigkeiten auf und nutzt Irritation, Provokation sowie das Absurde, um unsere Wahrnehmung herauszufordern.
Initiiert vom Centre Claude Cahun verstehen sich die Präsentationen in Hamburg und ab Herbst 2026 in Nantes als Dialog der verschiedenen Sammlungsgeschichten: In Nantes stehen vor allem transkulturelle Positionen im Mittelpunkt, geprägt von den Nachwirkungen kolonialer Geschichte. Die Sammlung Falckenberg hingegen versammelt vor allem US-amerikanische und europäische Werke der späten 1980er- und 1990er-Jahre, die sich mit Humor und subversiver Schärfe gegen autoritäre Strukturen richten.
Die Ausstellung wird in Hamburg im Rahmen der 9. Triennale der Photographie gezeigt und ist ab November 2026 zudem als Teil der strategischen Städtepartnerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg und Nantes Métropole in Nantes und Carquefou zu sehen.
Die Ausstellung wurde initiiert und kuratiert von Emilie Houssa (Direktorin Centre Claude Cahun) in Zusammenarbeit mit Dirk Luckow (Intendant Deichtorhallen Hamburg) und Goesta Diercks (Ausstellungsmanager Sammlung Falckenberg).
Gefördert durch das Büro für Bildende Kunst des Institut français Deutschland und des französischen Ministeriums für Kultur.
Ausgehend vom Leben und Werk der französischen Schriftstellerin und Fotografin Claude Cahun (1894 bis 1954) – die in ihrem Widerstand gegen jede gesellschaftliche Konvention und gegen den Nationalsozialismus eine Schlüsselfigur des Ausstellungskonzepts ist – zeigt INNER MORNINGS Arbeiten von Soufiane Ababri, Vito Acconci, Halil Altındere, Roy Arden, Maja Bajević, John Baldessari, Lewis Baltz, Jerry Berndt, John Bock, Christian Boltanski, Olaf Breuning, Chris Burden, Victor Burgin, Camille Orso Caël, Claude Cahun, Mircea Cantor, Claire Chevrier, Larry Clark, Allana Clarke, Michael Clegg & Martin Guttmann, Robin Collyer, Jordi Colomer, Jeremy Deller, Philip-Lorca diCorcia, William Eggleston, Erró, Gilbert & George, Walker Evans, VALIE EXPORT, Öyvind Fahlström, Christelle Familiari, Hans-Peter Feldmann, Fischli & Weiss, Lee Friedlander, General Idea, Nan Goldin, Hans Haacke, Clarisse Hahn, Raymond Hains, Dennis Hopper, Peter Hujar, General Idea, Charles Johnstone, Mike Kelley, Jürgen Klauke, Astrid Klein, Karen Knorr, Arthur Koepcke, Jiří Kovanda, Ange Leccia, Sharon Lockhart, Urs Lüthi, Carlos Martiel, Paul McCarthy, Jean-Luc Moulène, Henrik Olesen, Kristin Oppenheim, Daniela Ortiz, Adrian Paci, Gina Pane, Irving Penn, Pierre et Gilles, Peter Piller, Bernard Plossu, Sigmar Polke, Richard Prince, Walid Raad, Gerhard Richter, Sophie Ristelhueber, Martha Rosler, Anri Sala, Santiago Sierra, Andrea Stappert, Tomoko Takahashi, Wolfgang Tillmans, Patrick Tosani, Endre Tót, Anne-Mie Van Kerckhoven, Heidi Wood und Artur Żmijewski.

Inner Mornings, or Forms of Counterculture
6. Juni – 13. Sept., 2026





