Die Sommerpräsentation von Werken aus der Louisiana-Sammlung zeugt davon, wie neue Verbindungen, Dynamiken und Thematiken im Zusammenspiel und Mix zwischen modernen Klassikern, bekannten Favoriten, Neuerwerbungen und zeitgenössischer Kunst entstehen.
Im gesamten Südflügel des Museums kann man den ganzen Sommer über eine reiche und vielfältige Auswahl an Werken aus der Museumssammlung erleben: Malerei, Video, Skulptur und Fotografie, fast alles geschaffen und gesammelt in den fast sieben Jahrzehnten seit der Eröffnung von Louisiana. Und signiert von Namen wie Francis Bacon, Roy Lichtenstein, William Kentridge, Ana Mendieta, Nan Goldin und Ed Ruscha.
Die sehr unterschiedlichen Werke und Ausdrucksformen sind unter einem vieldeutigen Titel zusammengefasst, der auf ein Hauptwerk der amerikanischen Martha Rosler, ‘House Beautiful: Bringing the War Home’, verweist.
Diese Fotomontagen, in denen Rosler Bilder aus Wohnhäusern in Lifestyle-Magazinen mit Bildern aus dem Vietnamkrieg kombiniert, stammen aus den Jahren 1967-1972. Die Serie ist jedoch ganz neu in der Sammlung des Museums und ein Zeugnis von Louisianas ehrgeizigem Ziel, auf mehreren Wegen zu sammeln – in diesem Fall, „Lücken in der Geschichte zu füllen“, indem ein markantes Werk eines bedeutenden Künstlers hinzugefügt wird, der zuvor nicht in der Sammlung vertreten war.
Die Zusammenstellung von „Neuheiten“, Klassikern und Werken, die lange nicht gezeigt wurden, trägt gerade dazu bei, neue Dialoge und Verbindungen zu schaffen, die in ‘House Beautiful’ in einer Reihe von Hauptthemen entfaltet werden.
Die Gemälde reichen weit in Zeit und Geografie, sind aber durch das Interesse der Künstler am Figurativen verbunden. Dies sind Bilder von etwas, auch wenn dieses Etwas nicht unbedingt der äußeren Welt angehört. Hier sind Gemälde u.a. von Francis Bacon, Frank Auerbach, Wilhelm Freddie und George Condo sowie eine einzelne Figurengruppe von Germaine Richier.
Das nächste Thema – das seinen Titel dem Landschaftsgemälde ‘The Day After’ von Mamma Andersson entlehnt – überschreitet Ausdrucksformen, Generationen und Landesgrenzen, um Verwandtschaften zwischen Künstlern zu finden, die sich mit der Bedeutung der Vergangenheit für unser gegenwärtiges Dasein beschäftigen. So wie es z.B. in Ruinen, Karten von annektierten Gebieten oder flüchtigen Spuren auf der Erde zu sehen ist. Hier sind Werke u.a. von Pia Arke, William Kentridge, Anselm Kiefer und Mohammed Sami.
Neben der bereits erwähnten Serie von Fotomontagen von Martha Rosler werden hier Werke u.a. von Ed Ruscha, Nan Goldin, Julie Mehretu und Robert Longo gezeigt. Abschließend kann man sich neben dem Panoramaraum in eine Reihe von Louisiana Channel Interviews mit Künstlern vertiefen, die in House Beautiful vertreten sind.
Louisianas Sammlung ist eine dynamische Größe, die nicht nur ständig wächst, sondern auch im Haus umherbewegt wird, wo sie das ganze Jahr über in ausgewählten Präsentationen enthalten ist. Dies ist notwendig, um Platz für die wechselnden Ausstellungen zu schaffen, deren permanenter Bestandteil die Werke des Hauses so eine Art Resonanzboden bilden. Gleichzeitig bietet es aber auch die Möglichkeit, die einzelnen Werke auf neue Weise und in wechselnden Konstellationen zu zeigen.

House Beautiful
28. Apr. – 23. Aug., 2026





