Wild und gewalttätig, selbstentblößend und schonungslos ehrlich, aber auch zerbrechlich und zart. Kunst und Schöpferkraft werden bei Tracey Emin, einem der bekanntesten Namen der Gegenwartskunst überhaupt, buchstäblich zu Fragen von Leben und Tod.
Tracey Emin (geb. 1963) nutzt sich selbst, erzählt von sich selbst – manche würden wohl sagen, liefert sich aus – und ist somit Motor und Mechanismus bei der Herstellung von Bildern von sich selbst. Das mag privat und intern klingen, aber gerade diese schonungslos ehrliche Ansprache an die Außenwelt hat sich als direkt und schlagkräftig für unzählige Menschen erwiesen, seit Emin auf der internationalen Kunstszene durchbrach.
Dies geschah in den 1990er Jahren, als sie Teil der berühmten Gruppe junger britischer Künstler Young British Artists (YBA) war – und es kulminierte, als sie 1999 My Bed, ihr ungemachtes, offen gesagt verdrecktes Bett in der Tate zeigte. Ein Werk, das unter großem Aufsehen für den prestigeträchtigen Turner Prize nominiert worden war.
Mit Malerei, Zeichnung, Skulptur, Textil, Film und Installation zeigt diese Ausstellung – die in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin entsteht und Werke enthält, die noch nie zuvor gezeigt wurden – die ganze Geschichte von und mit Tracey Emin. Ein Leben mit Vergewaltigung, Abtreibung und sehr schwerer Krankheit – ein Leben in Bildern, getragen von Schöpferkraft trotzdem, von Mut und Kampf, Verzweiflung und Freude.
Hier entfaltet sich eine fast 40-jährige bahnbrechende Praxis, die aufzeigt, wie Tracey Emin immer wieder Grenzen herausfordert und den weiblichen Körper als starkes Werkzeug nutzt, um Leidenschaft, Traumata, Schmerz und Heilung zu erforschen.
Die Ausstellung konzentriert sich auch auf Tracey Emins lebenslanges Engagement in der Malerei und zeigt eine Reihe ihrer neuesten Arbeiten – eine vorläufige Kulmination der unzähligen Wege, auf denen sie es geschafft hat, ihr Leben in ihre Kunst zu kanalisieren.

Tracey Emin: Wild, ehrlich und verletzlich
Öffnet in 82 Tagen





