Martin Kippenberger

Öffnet in 207 Tagen

Der Deutsche Martin Kippenberger (1953-1997) gilt als eines der größten künstlerischen Talente seiner Generation, auch wenn seine Person (und viele Skandale) sein Werk immer noch überschatten. Daher ist es höchste Zeit, das Verständnis für Kippenberger, seine Rolle und seine künstlerische Bedeutung zu nuancieren, neu zu bewerten und zu aktualisieren.

Unter den wiederkehrenden Motiven und Themen im facettenreichen Werk des deutschen Künstlers Martin Kippenberger (1953-1997) ist die größte Konstante zweifellos Martin Kippenberger selbst. Er ist überall präsent, in Skulpturen, Gemälden, Installationen und Videos. Ja, selbst wenn er nicht explizit abgebildet ist, ist er oft trotzdem anwesend.

Zu seiner Zeit erlangte Kippenberger nicht nur internationale Anerkennung für seine Werke im traditionellen Sinne. Seine öffentliche Persona wurde in Wirklichkeit wohl weitaus berühmter als seine Kunst. Er wurde damals (und wird immer noch) oft als das „Enfant terrible“ der Kunstwelt beschrieben, ein notorischer Provokateur und Narzisst.

Kippenbergers kompromissloses Verhalten hatte zweifellos einen erheblichen Einfluss auf die Rezeption seiner Werke, die immer noch oft durch Anekdoten über seine vielen Skandale gelesen werden. Der Künstler ist somit in mehrfacher Hinsicht das zentrale Motiv in seinem Werk.

Die Ausstellung der Louisiana wird Kippenbergers Nutzung seiner selbst und seines eigenen Bildes entfalten und untersuchen und die Frage stellen: Kann die narzisstische Kultivierung der eigenen Person und des eigenen Bildes tatsächlich als eine Form der Ablehnung desselben gesehen werden? Und wie können wir heute seine radikale Selbstinszenierung als Macho-Künstler in einer Zeit verstehen – und interpretieren –, in der viele feministische Künstlerinnen den Kampf gegen genau diesen Künstlertypus anführten?

Louisiana Museum of Modern Art