Feuer & Eis – Über Zugehörigkeit und Werden in Kalaallit Nunaat (Grönland)

Öffnet in 55 Tagen

Die Gruppenausstellung Feuer & Eis untersucht das Thema Zugehörigkeit durch Werke von zeitgenössischen Künstlern, die in Kalaallit Nunaat, Grönland, leben, arbeiten oder eine Verbindung dazu haben. Die Ausstellung präsentiert sowohl etablierte Künstler als auch neue Talente, von denen viele größere neue Werke speziell für die Ausstellung schaffen.

Feuer & Eis untersucht Zugehörigkeit als relationale Praxis, verbunden mit Land, Gemeinschaften, Vorfahren und Systemen indigenen Wissens, die in einer modernen, globalisierten Gegenwart praktiziert und umgestaltet werden. Durch die besondere Perspektive und ästhetische Sensibilität jedes Künstlers entfalten sich Erzählungen über Identität, Trauma, Resilienz und Beziehungen zur Landschaft. Das Publikum ist eingeladen, sich mit den Spannungen und Narrativen auseinanderzusetzen, die die Werke in Bewegung setzen.

Der Titel Feuer & Eis ist inspiriert von der Poesie der Künstlerin Jessie Kleemann. In Arkhticós Dolorôs (2021) findet sie eine Stimme für die leidende, schmelzende Arktis durch den inuitischen Mythos der Meeresmutter, einem Wesen aus Kälte, Eis und Gletschern. Die Temperatur als Metapher entfaltet sich während der gesamten Ausstellung in sowohl natürlichen als auch gesellschaftlichen Bezügen. Das Eis ist psychologisch. Es existiert in der Stille, in Systemen und Institutionen, in wiederholten Todesfällen, in kolonialen und sozialen Spannungen, als eine Kraft, die Leben und zukünftiges Potenzial einfriert. Das Feuer existiert in der Stimme, in Trauer und Wut, im beharrlichen Willen, gehört zu werden. Das Feuer ist die persönliche Kraft des Widerstands und des Ausdrucks, die zu einer treibenden Kraft für neue Handlungen wird. Die Ausstellung bewegt sich in diesem Spannungsfeld zwischen Kälte und Wärme, zwischen Stille und Sprechen, zwischen dem Vererbten und dem, was noch entstehen kann.

In enger Zusammenarbeit mit den Künstlern entstanden, besteht die Ausstellung auf den eigenen Prämissen der Kunst und ihrer besonderen Fähigkeit, Kultur durch ästhetische Erfahrungen und komplexe Geschichten zu formen. In einer politischen und ökologischen Landschaft, die von großen Herausforderungen geprägt ist, positioniert Feuer & Eis Künstler mit Bezug zu Kalaallit Nunaat als Autoren ihrer eigenen Bilder und Erzählungen und eröffnet eine breitere Perspektive auf die gegenwärtige Existenz. In einem Kontext, der durch das koloniale Verhältnis zu Dänemark und neue koloniale Aggressionen geprägt ist, erhalten Fragen der Selbstbestimmung, wie sie durch die Kunst zum Ausdruck kommen, eine verstärkte Relevanz in der breiteren Kultur. Über Generationen hinweg treten die Künstler in der Ausstellung als Erzähler hervor und heben das vielfältige Spektrum an Stimmen hervor, die mit Kalaallit Nunaat verbunden sind – Stimmen, die heute in der globalen politischen Landschaft stark widerhallen.

Feuer & Eis umfasst bildende Kunst, Performance, Literatur und Aktivismus. Die Ausstellung präsentiert neu in Auftrag gegebene Werke sowie bedeutende Werke von:

Martin Brandt Hansen (geb. 1990)

Emilia Sølvsten (geb. 1996)

Inuuteq Storch (geb. 1989)

Jessie Kleemann (geb. 1959)

Inuk Silis Høegh (geb. 1972)

„Eriagisaq“ Kim Kleist-Eriksen (geb. 1985)

Lisbeth Karline Poulsen (geb. 1981)

Julie Edel Hardenberg (geb. 1971)

Copenhagen Contemporary
Quelle: copenhagencontemporary.org/en/fire-ice