Die thailändische Künstlerin Som Supaparinya (geb. 1973) erforscht, wie Infrastruktur, Landschaften und politische Allianzen das kollektive Gedächtnis in Südostasien prägen. Ihre erste Einzelausstellung in Skandinavien versammelt zwei neuere Videoinstallationen, die übersehene regionale Geschichten mit aktuellen globalen Fragen der Macht, Ökologie und Geopolitik verbinden.
Durch verborgene Umwege untersucht Som Supaparinya die natürlichen und vom Menschen geschaffenen Umgebungen in und um ihr Heimatland Thailand mit einem stark dokumentarischen Ansatz. Durch Feldstudien und Filmaufnahmen, historische Fotografien, Archivrecherchen und Tonaufnahmen deckt sie unbekannte Erzählungen und dauerhafte Spuren in Landschaften, entlang von Straßen und Flüssen, in städtischen Räumen, an historischen Stätten und in oft übersehenen Gebieten auf.
Die Ausstellung in der Kunsthal Charlottenborg vereint erstmals zwei Videoinstallationen, die die komplexe Entwicklung der Rolle Thailands in den sozialen und politischen Machtstrukturen Südostasiens kritisch untersuchen – und wie diese mit globalen Beziehungen verbunden sind. Melted Stars (2026) deckt die verdrängte Erinnerung an die Beteiligung des Landes an Japans militärischen Operationen während des Zweiten Weltkriegs auf, während Mo num en ts (2025) die langfristigen Folgen von Thailands ausbeuterischem Bündnis mit den USA während des Kalten Krieges untersucht.
Wie der Titel Reroute: andeutet, enthüllt die Ausstellung Infrastruktur als eine Form der Macht, die sowohl materiell als auch symbolisch ist: Militärrouten, Brücken, Eisenbahnen, Dämme und monumentale Bauprojekte erscheinen als dauerhafte Manifestationen von Fortschritt, Propaganda und geopolitischen Ambitionen. Gleichzeitig untersucht Supaparinya, wie dies weiterhin die ökologische und soziale Landschaft prägt, und sie hinterfragt die fragile Verbindung zwischen der Schaffung nationaler Mythen, der Umweltzerstörung und der Frage, wer die Macht über die Erzählungen im kollektiven Gedächtnis hat.
Reroute: wurde von Natalie Keppler in Zusammenarbeit mit der Kunsthal Charlottenborg kuratiert.
Die Ausstellung wird von Augustinus Fonden, Det Obelske Familiefond, Han Nefkens Foundation, Statens Kunstfond unterstützt. Vielen Dank an Montana Furniture für das Sponsoring der Möbel in der Ausstellung.
Die Videoinstallation Mo num en ts (2025) wird als Teil der Han Nefkens Foundation — Southeast Asian Video Art Production Grant 2024 In memory of Dinh Q. Lê — in Zusammenarbeit mit dem Jim Thompson Art Center, der Outpost Art Organisation, dem Museion, dem Hiroshima City Museum of Contemporary Art, der Kunsthal Charlottenborg und dem Rockbund Art Museum präsentiert.

Som Supaparinya
Von Natalie Keppler i samarbejde med Kunsthal Charlottenborg, Natalie Keppler in collaboration with Kunsthal Charlottenborg
Öffnet in 25 Tagen

