Figura contemplativa

11. Juni – 6. Sept., 2026

Die menschliche Figur gehört zu den ältesten und gleichzeitig beständigsten Themen der bildenden Kunst. Von prähistorischen Ritzungen und Malereien bis hin zu zeitgenössischen Kunstprojekten wendet sich der Mensch immer wieder seiner eigenen Gestalt zu: Er beobachtet sie, stilisiert sie, idealisiert sie, aber stellt sie auch in Frage. Die menschliche Figur ist daher nicht nur eines der häufigsten Motive in der Kunstgeschichte, sondern auch ein wichtiges Mittel, durch das die Kunst ausdrückt, wie einzelne Epochen den Menschen und seinen Platz in der Welt verstanden haben.

Die Darstellung des menschlichen Körpers war dabei nie nur eine reine Wiedergabe des äußeren Erscheinungsbildes. Die menschliche Figur bündelt eine Reihe von Bedeutungen und eröffnet Raum für ästhetische, kulturelle und psychologische Wahrnehmung. Jede ihrer Darstellungen trägt nicht nur den Abdruck der Zeit, in der sie entstanden ist, sondern auch die Vorstellungen, Werte und Fragen, die die jeweilige Gesellschaft geprägt haben. Es ist daher nicht möglich, Bilder des menschlichen Körpers auf eine einzige, definitive Weise zu verstehen. Jede Epoche, jede Kultur und jeder Betrachter kann in ihnen neue und unterschiedliche Bedeutungen entdecken.

Informationen zur Ausstellung

AUSSTELLUNG: Figura contemplativa. Der menschliche Körper in der Kunst von der Antike bis zur Gegenwart aus der Sammlung von Patrik Šimon

ORT: Arcidiecézní muzeum Kroměříž / Arcibiskupský zámek Kroměříž

DATUM: 11 06 2026 – 06 09 2026

VERNISSAGE: 11 06 2026 um 17:00 Uhr

AUTOREN: Miroslav Kindl, Patrik Šimon

KURATOR: Miroslav Kindl

GRAFISCHES DESIGN: Petr Šmalec

INSTALLATION: Vlastimil Sedláček, Filip Šindelář, Ondřej Žák

FOTOGRAFIE: Markéta Lehečková, Zdeněk Sodoma

Die Veränderungen in der Darstellung der menschlichen Figur spiegeln gleichzeitig tiefere Veränderungen des europäischen Denkens wider. In einigen Perioden wurde die menschliche Figur hauptsächlich als Ausdruck von Ordnung, Harmonie und Ideal verstanden; in anderen Zeiten wurde sie zum Träger religiöser Botschaften oder moralischer Lehren. In der Neuzeit setzte sich das Konzept des Menschen als einzigartige Individualität mit einer eigenen inneren Welt durch, während die moderne und zeitgenössische Kunst die Figur oft einer Deformation, Fragmentierung oder einer völlig neuen Interpretation unterzieht. Die Geschichte der figuralen Darstellung ist somit auch die Geschichte der Veränderungen des Menschenbildes in der europäischen Kultur. Folgen wir der menschlichen Figur durch die Jahrhunderte, entfaltet sich vor uns eine der Schlüsselgeschichten der europäischen Kunst: der Weg von der symbolischen und etablierten Darstellung zu einem tieferen Interesse an der Realität, vom Ideal zur Individualität und von einer einheitlichen Körperauffassung zu ihrer Vielfalt in der modernen und zeitgenössischen Kunst.

Die Ausstellung Figura contemplativa lädt den Besucher durch Exponate aus einer Privatsammlung ein, diese lange und vielschichtige Entwicklung zu betrachten. In einzelnen Kapiteln werden die wichtigsten Etappen der europäischen Kunst – von der Antike über das Mittelalter und die Neuzeit bis zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts – vorgestellt. Jede dieser Perioden brachte ihre eigene Vorstellung von der menschlichen Figur, ihre eigenen ästhetischen Normen und ihre eigenen Wege mit sich, um durch die Figur grundlegende Fragen der menschlichen Existenz auszudrücken.

Die Ausstellung umfasst auch einen digitalen Audioführer, der die Wahl zwischen einer kuratorischen Auswahl oder einer speziellen Kinderführung bietet. Der Audioführer kann in der Anwendung Cabinet of Wonders heruntergeladen werden.

  • Audioführer zur Ausstellung – kuratorische Auswahl

  • Audioführer zur Ausstellung – für Kinder

Olomouc Museum of Art
Quelle: muo.cz/vystavy/figura-contemplativa