Italien gehörte in der frühen Neuzeit zu den bedeutendsten Kulturzentren Europas. Es war ein Ort, an dem antike Denkmäler, Meisterwerke der Renaissance- und Barockkunst bewundert und die Transformationen zeitgenössischer Architektur beobachtet werden konnten. Städte wie Rom, Florenz oder Venedig waren wahre Schatzkammern visueller Formen und zogen Reisende aus ganz Europa an. Während Künstler Inspiration suchten, die Werke ihrer Vorgänger und Zeitgenossen studierten, war für junge Aristokraten ein Besuch in Italien oft der Höhepunkt ihrer Ausbildung. Die Erfahrungen dieser sogenannten Kavalierstouren (Grand Tour) prägten den kulturellen Horizont der europäischen Eliten maßgeblich und trugen zur Verbreitung künstlerischer Stile und ästhetischer Ideen auf dem gesamten Kontinent bei.
Informationen zur Ausstellung
AUSSTELLUNG: Theatrum Italiae. Ansichten italienischer Städte in Grafiken aus den Sammlungen des Erzbistums Olmütz
TERMIN: 11 06 – 28 09 2026
ORT: Erzbischöfliches Museum Kroměříž – Erzbischöfliches Schloss Kroměříž
KURATORIN: Helena Zápalková
RESTAURATORISCHE ARBEITEN: Tomáš Guľaš, Veronika Langer Klimszová
INSTALLATION: Tomáš Guľaš, Filip Šindelář
GRAFISCHES DESIGN: Kateřina Manková
ÜBERSETZUNG: Zuzana Henešová
PROMOTION: Tomáš Kasal, Martin Šinkovský
Die Grafik spielte eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der Vorstellung von Italien. Veduten, Ansichten von Stadtstraßen, Plätzen und einzelnen Gebäuden, wurden nicht nur als einzelne Blätter veröffentlicht, sondern begleiteten auch Reiseberichte, Itinerare und Atlanten, die den Lesern ermöglichten, symbolisch (virtuell) durch Europa zu reisen. Für tatsächliche Reisende wurde die Grafik zu einem beliebten Souvenir, einer Erinnerung an besuchte Orte, bewahrte das „visuelle Gedächtnis“ und trug gleichzeitig dazu bei, das Bild Italiens als Zentrum der europäischen Kultur zu verbreiten.
Die Kammerausstellung, ausschließlich aus den erzbischöflichen Sammlungen im Schloss Kroměříž zusammengestellt, präsentiert eine Auswahl topografischer Alben und grafischer Veduten, die italienische Städte in ihrer kulturellen und politischen Blütezeit darstellen. Unter den Exponaten fehlen nicht Beispiele des großzügig konzipierten „Atlas“ italienischer Städte des Amsterdamer Verlegers Joan Blaeu, Ansichten des barocken Roms von Giovanni Battista Falda sowie eine repräsentative Sammlung großformatiger Veduten von Florenz, die nach Zeichnungen von Giuseppe Zocchi entstanden sind.
Die Ausstellung ist gleichzeitig der erste Teil eines längerfristigen Zyklus, der zusammen mit einem Begleitkatalog an das Ausstellungsprojekt Architektur in der Grafik des 16. – 18. Jahrhunderts aus den Sammlungen des Erzbistums Olmütz anknüpft, das Ende 2025 im Erzbischöflichen Museum Olmütz stattfand.
Präsentation italienischer Grafiken

Theatrum Italiae: Ansichten italienischer Städte in Grafiken aus den Sammlungen des Erzbistums Olmütz
11. Juni – 27. Sept., 2026
Quelle: muo.cz/vystavy/theatrum-italiae


