Čestmír Suška auf Papier

Von Simona Martínková

Öffnet in 81 Tagen

Die Ausstellung Čestmír Suška auf Papier bietet den bislang umfassendsten Einblick in eine weniger bekannte, zugleich jedoch außerordentlich bedeutende Facette des Schaffens des Künstlers. Zeichnungen, Druckgrafiken, Skizzen, Tagebücher und weitere Arbeiten auf Papier, die seit Ende der 1970er Jahre parallel zu seinem bildhauerischen Werk entstanden, machen seinen Denkprozess, sein Experimentieren und die Suche nach Formen sichtbar, aus denen später auch monumentale Skulpturen hervorgingen.

Die kleine Retrospektive zeichnet mehr als vier Jahrzehnte des künstlerischen Schaffens nach – von frühen Zeichnungen, grafischen Experimenten, Monotypien und zeittypischen Xerox-Arbeiten über großformatige Farbpastelle bis hin zu Skizzenbüchern, Tagebüchern, Drehbüchern des Výtvarné divadlo Kolotoč und weiteren Werken, die der Öffentlichkeit bislang nahezu unbekannt geblieben sind. Sie zeigt die überraschend intime Seite eines Künstlers, der vor allem für seine monumentalen Skulpturen im öffentlichen Raum bekannt ist, und macht deutlich, dass sich zahlreiche Motive, gestalterische Prinzipien und formale Lösungen medien- und jahrzehnteübergreifend durch sein Werk ziehen.

Zur Ausstellung gehört außerdem eine Auswahl dreidimensionaler Werke, die den Zusammenhang zwischen Zeichnung, künstlerischer Idee und der daraus entstandenen plastischen Umsetzung nachvollziehbar macht.

Anlässlich der Ausstellung erscheint zudem eine umfangreiche Publikation, die diesen Bereich des Schaffens des Künstlers umfassend dokumentiert.

Čestmír Suška

Čestmír Suška (*1952 in Prag) zählt zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der zeitgenössischen tschechischen Bildhauerei. Ende der 1970er- und Anfang der 1980er-Jahre trat er in die Kunstszene ein und entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem der prägenden Vertreter der tschechischen Postmoderne. Er ist Mitbegründer des Výtvarné divadlo Kolotoč und war von 1987 bis 1991 Mitglied der Künstlergruppe Tvrdohlaví.

In seinem Schaffen verbindet er seit vielen Jahren Zeichnung, Druckgrafik, Objektkunst und Bildhauerei. Charakteristisch sind archetypische Formen, die Auseinandersetzung mit der Materialstruktur, das Spiel mit dem Licht sowie die Transformation gefundener Objekte. Internationale Bekanntheit erlangte er vor allem durch seine monumentalen Skulpturen aus bearbeiteten industriellen Tanks, die heute den öffentlichen Raum in Tschechien und im Ausland prägen. Neben seiner eigenen künstlerischen Arbeit engagiert er sich seit Langem für das kulturelle Leben. Er gründete das Studio Bubec im Prager Stadtteil Řeporyje, das heute ein bedeutendes Zentrum für zeitgenössische Kunst, Artist-in-Residence-Programme und internationale Zusammenarbeit ist.

Die Ausstellung wird am Freitag, den 20. November, um 18.00 Uhr eröffnet.

Regionalgalerie Liberec
Quelle: galali.cz/de/event/cestmir-suska-na-papire