Jiří Černický | Erduntergang von der Sonne aus

Von Michal Koleček

28. März – 5. Juli, 2026

Die Grundachse der Ausstellung von Jiří Černický bildet ein umfangreiches Konvolut von Zeichnungen, durch die der Künstler Themen erforscht, interpretiert und kontextualisiert, die zentrale Fragen repräsentieren und sowohl die Zusammenhänge als auch die Gegensätze der heutigen Welt formen. Černický versteht diese konzeptuellen Zeichnungen als Studienpläne, die sowohl die Forschungsphase als auch einen Lösungsvorschlag für die behandelten Problematiken umfassen. Nicht selten werden diese vorgeschlagenen Lösungen in Form von skulpturalen Objekten oder monumentalen Installationen realisiert, von denen einige die dominanten Elemente der aktuellen Ausstellung im Museum der schönen Künste bilden.

In seinen Zeichnungen, Objekten und Installationen widmet sich Černický der Erforschung der Möglichkeiten und Grenzen des Fortschritts. Dieses Phänomen betrachtet er jedoch kritisch und mit einer gewissen Distanz, wobei er das Streben nach Innovation und Progressivität mit Aspekten von Utopie, Geheimnis, Magie und Humor verbindet. Fortschritt ist in seinem Verständnis untrennbar mit einer dadaistischen Störung von Logik und Rationalität verbunden. Der Ausstellungsraum von Jiří Černický kann als offenes Labor oder Forschungsstation verstanden werden, die einen Rahmen für Erkenntnis und Staunen, Skepsis und Euphorie, Trauer und Freude, die Überprüfung von Hypothesen ebenso wie deren Infragestellung bietet – für Blicke auf das Vertraute anders und auf uns selbst von anderswo.

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