Geschenke der Freundschaft

Von Barbara Piwowarska

Dauerausstellung

Die „Ökonomie des Geschenks“ baut zwischenmenschliche Beziehungen auf – aber sie ist auch eine Verpflichtung. Es geht ums Geben, Empfangen und Erwidern. Diese drei Kategorien sind untrennbar miteinander verbunden. Die Sammlung Geschenke der Freundschaft schafft ein vielschichtiges Porträt des Museums, das nicht als neutrales Depot von Objekten, sondern als lebendiges Netzwerk des künstlerischen Austauschs verstanden wird.

Seit seiner Gründung hat das Muzeum Sztuki in Łódź seine Sammlung durch enge Zusammenarbeit mit Künstlern entwickelt. Ihr Fundament bildete die aus Schenkungen bestehende Internationale Sammlung Moderner Kunst, initiiert von Władysław Strzemiński, Katarzyna Kobro und den anderen Mitgliedern der Gruppe „a.r.“, die erstmals 1931 ausgestellt wurde. Das Hauptziel der historischen Avantgarde war es, die Kunst dem Leben und den gesellschaftlichen Veränderungen näherzubringen, und die „Ökonomie des Geschenks“ war eines ihrer Werkzeuge.

Heute, in einer Welt geopolitischer Instabilität und Unsicherheit, ermöglicht gerade die utopische Formel des Geschenks die Überschreitung nationaler, politischer und sprachlicher Grenzen. Die Ausstellung Geschenke der Freundschaft würdigt aufeinanderfolgende Generationen von Künstlerinnen und Künstlern, die im Geiste der gemeinsamen Verantwortung für die öffentliche Rolle der Kunst arbeiten. Dieses langfristige Projekt untersucht und aktualisiert das historische Modell neu und zeigt, wie Akte der Solidarität und Spenden die Identität des Museums weiterhin prägen.

Die Ausstellung präsentiert Werke von Künstlerinnen und Künstlern, die dem Muzeum Sztuki seit vielen Jahrzehnten verbunden sind – darunter Liam Gillick, K.ari.n Schneider und R.H. Quaytman – sowie von solchen, deren Werk in den letzten Jahren in den Dialog mit seinem Programm getreten ist, darunter Jasmina Cibic, Veronika Hapchenko, Agata Ingarden, Nikita Kadan, wendelien van oldenborgh, Paulina Ołowska, Agnieszka Polska, Mykola Ridnyi, Viktor Timofeev, Julita Wójcik und Anton Vidokle. Zu denjenigen, die ihre Werke zum ersten Mal im Museum zeigen, gehören: Yane Calovski, Andrea Fraser, Josiah McElheny und Jeff Preiss.

Präsentiert in beiden Standorten, ms¹ und ms², sind Geschenke der Freundschaft eine Form der Übung in institutioneller Vorstellungskraft. Die Ausstellung untersucht das Geschenk als relationale Praxis und erforscht die Beziehungen zwischen Künstlern, dem Museum und dem Publikum. Sie besteht aus drei poetischen und politischen Teilen. Die Ausstellung in ms¹ konzentriert sich auf Interpretationen des avantgardistischen Erbes in Bezug auf den Neoplastischen Raum (sechste Etage); sowie das Sammeln und die Gegenseitigkeit als Träger von Erinnerung und Identität, in Bezug auf die einst palastartigen Innenräume des Museums (dritte Etage). Die in ms² (Erdgeschoss) gesammelten Werke zeigen Visionen der Gegenwart und Zukunft in Bezug auf die Dauerausstellung des Museums: die Ausstellung Wege des Sehens.

Künstler:

ms¹:

Pauline Boudry & Renate Lorenz, Isabelle Cornaro, Jakub Czyszczoń, Anchan / Anna Daučíková, Cian Dayrit, Cécile Dupaquier, Morgan Fisher, Andrea Fraser, Barbara Hammer, Veronika Hapchenko, Adam Harrison, Liam Gillick, João Maria Gusmão, Agata Ingarden, Zuzanna Janin, Eduardo Kac, Nikita Kadan, Tomasz Kowalski, Jiří Kovanda, Susanne Kriemann, Kamil Kuskowski, Katalin Ladik, Diana Lelonek, Zbigniew Libera, Tomasz Machciński, Marcin Maciejowski, Yarema Malashchuk & Roman Khimei, Jumana Manna, Dóra Maurer, Josiah McElheny, Verena Melgarejo Weinandt, John Miller, Haroon Mirza, Deimantas Narkevičius, wendelien van oldenborgh, Paulina Ołowska, Angelo Plessas, Agnieszka Polska, Cezary Poniatowski, Jeff Preiss, Florian Pumhösl, R.H. Quaytman, Willem de Rooij, Wilhelm Sasnal, K.ari.n Schneider, Janek Simon, Marek Sobczyk, Viktor Timofeev, Suzanne Treister, Fernando Varela, Mona Vătămanu & Florin Tudor, Anton Vidokle, James Welling, Julita Wójcik, Tobias Zielony, Heimo Zobernig

ausgewählte Werke aus dem Richard Demarco Archiv

ms²:

Agata Bogacka, Agnieszka Brzeżańska, Yane Calovski, Lou Cantor, Jasmina Cibic, Gelatin, Liam Gillick, Thomas Hirschhorn, Nikolay Karabinovych, Hassan Khan, Kitty Kraus, Ghislaine Leung, Ahmet Öğüt, Mykola Ridnyi, John Smith, Hito Steyerl, Gabriele Stötzer, Michael Stevenson, Iza Tarasewicz, Franz Erhard Walther

Ehrenpatronate:

Die Ausstellung „Geschenke der Freundschaft“ steht unter der Ehrenpatronanz von Marta Cienkowska, Ministerin für Kultur und Nationales Erbe und Joanna Skrzydlewska, Marschallin der Woiwodschaft Łódź.

Ausstellungspartner:

Kommunikationspartner:

Medienpartner:

Muzeum Sztuki in Łódź
Quelle: msl.org.pl/dary-przyjazni-0