Ausstellende Künstler und Künstlerinnen aus der Sammlung der Kunsthalle Praha: Zbyněk Baladrán, Jiří Černický, Agnes Denes, Emil Filla, Tomislav Gotovac, Milan Knížák, Jiří Kolář, Běla Kolářová, Jitka Kolínská, Eva Koťátková, Jiří Kovanda, Bohumil Kubišta, Heinz Mack, Frank Joseph Malina, Ján Mančuška, Haroon Mirza, Jaromír Novotný, Theodor Pištěk, Marie Rychlíková, Edita Schubert, Kurt Schwitters, Zbyněk Sekal, Ira Svobodová, Jindřich Štyrský, Goran Trbuljak
Eingeladene ausstellende Künstler und Künstlerinnen: Jakub Choma, Lukáš Hofmann, Igor Hosnedl, Valentýna Janů, Marie Lukáčová, Roman Štětina
Die Ausstellung Memory of Touch (Gedächtnis der Berührung), die sich in zwei Kapiteln entfaltet, ist die erste umfassendere Präsentation der Sammlung der Kunsthalle Praha. Die Ausstellung stellt die Sammlung als offenes Gebilde dar und bringt modernistische, Nachkriegs- und zeitgenössische Werke in einen Dialog mit eingeladenen Künstlerinnen und Künstlern der tschechischen Szene. Die Ideen und Haltungen der eingeladenen Autoren öffnen die Sammlung nach außen und erzeugen neue Resonanzen. Diese Dialoge finden zudem in einer Zeit statt, in der Kontrolle, Sicherheit, Konflikt und makelloses Aussehen priorisiert werden – in einem kulturellen Umfeld, das Effizienz und Sichtbarkeit schätzt, während es das Ungeschützte, Unsichere und Unvollkommene verbirgt. Die Ausstellung bietet somit einen stillen Gegenpunkt zu den genannten Imperativen und lenkt unseren Blick auf Zerbrechlichkeit und Verletzlichkeit – jedoch nicht als Mängel, sondern als Gesten der Widerstandsfähigkeit. Offenheit und die Risikobereitschaft sind hier keine Schwäche, sondern eine bewusste Entscheidung der eigenen Präsenz im gegebenen Moment. Aus dieser Position der Sensibilität treten wir dann in die Sammlung ein, durch eine nicht-chronologische Konstellation von Momenten, Eindrücken und Echos.
Der Titel der Ausstellung, der während eines Gesprächs mit der eingeladenen Künstlerin Valentýna Janů in ihrem Atelier entstand, verbindet Kapitel I und II und deutet gleichzeitig an, dass die Vergangenheit nicht nur eine ferne Abstraktion ist. Es ist vielmehr etwas, das im Körper, im Material, in der Berührung oder Geste verweilt; es bleibt als Residuum auf Oberflächen und in den Weisen, wie wir uns nähern oder zurückziehen, erinnern oder vergessen. Memory of Touch: Kapitel I widmet sich der Zerbrechlichkeit und Verletzlichkeit als ästhetische und politische Strategien, die sich durch die konzeptuellen, visuellen und materiellen Dimensionen des Kunstwerks offenbaren. Wir betrachten sie nicht als passive Zustände, sondern als aktive Kräfte, durch die Künstlerinnen und Künstler verschiedener Generationen Formen und Ideen dekonstruieren und transformieren, um auf die Instabilität der Welt zu reagieren. Dadurch entstehen Resonanzen zwischen frühen avantgardistischen Experimenten, Nachkriegspraktiken, die von Zensur oder Repressionen geprägt waren, und zeitgenössischen Werken, insbesondere denen der eingeladenen Künstlerinnen und Künstler. Ihre Werke spiegeln den heutigen Zustand der Unsicherheit durch ungeordnete Narrative, instabile Materialien und fragmentierte Körper wider.
Die Verbindung der Werke in diesem Kapitel lässt Bedeutungen offen – als stillen Raum, in dem die Berührung nicht auf der Haut endet, sondern als Erinnerung, Spur und Möglichkeit der Existenz einer anderen Welt weiterlebt.
Besucherinnen und Besuchern steht während der Ausstellung ein mehrsprachiger Audioguide zur Verfügung, der in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Praha und der Plattform Cabinet of Wonders erstellt wurde.
Veranstaltungsprogramm zur Ausstellung
Galerie
Sammlung Kunsthalle Praha

Memory of Touch: Kapitel I
Jakub Choma · Lukáš Hofmann · Igor Hosnedl · Valentýna Janů · Marie Lukáčová · Roman Štětina · Von Tevž Logar
19. Juni – 8. Okt., 2026





